Bildmontage: Symbolhaftes Teströrchen mit der Aufschrift Covid-19 positiv hinter einer Saarlandkarte (Foto: picture alliance/Weber/Eibner-Pressefoto, SR)

"Keine gelungene Regelung, die Berlin uns da eingebrockt hat"

Interview: Patrik Lauer, Vorsitzender Landkreistag, zur Bundesnotbremse

Interview: Simin Sadeghi   23.04.2021 | 12:15 Uhr

Ab 24. April gilt auch im Saarland die Bundesnotbremse. Wann sie greift, hängt an den Inzidenzen in den Landkreisen - und die sind derzeit im Saarland sehr unterschiedlich. Patrik Lauer, der Vorsitzende des saarländischen Landkreistages und Landrat von Saarlouis, hält die neue Bundesregelung nicht für gelungen.

Die Bundesnotbremse gilt ab dem 24. April bei hohen Inzidenzwerten auch im Saarland. Das bedeutet: Der Regionalverband Saarbrücken muss am Montag die Schulen geschlossen lassen, in fünf Landkreisen müssen die Geschäfte schließen. Nur im Saarpfalz-Kreis dürfen sie - vorerst - noch geöffnet bleiben.

Patrik Lauer: "Keine gelungene Regelung, die Berlin uns da eingebrockt hat"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 23.04.2021, Länge: 04:02 Min.]
Patrik Lauer: "Keine gelungene Regelung, die Berlin uns da eingebrockt hat"
Interview mit Partik Lauer

Die Trennung zwischen den Landkreisen mit Maßnahmen, die dann auch noch auf drei unterschiedlichen Inzidenzwerten fußen, werde seines Erachtens nach "zu sehr viel Konfussion führen", sagt dazu Patrik Lauer, der Vorsitzende des saarländischen Landkreistages und Landrat vom Saarlouis.

Es werde für die Menschen kaum nachvollziehbar sein, dass man in einem Hoch-Inzidenzgebiet leben könne, in dem alles geschlossen sei, gleichzeitig aber problemlos auch in den Nachbarkreis fahren und damit unter Umständen dann dort auch die Infektion hintragen könne.

Missverständnisse vorprogrammiert

Lauer hält die vorherige Regelung, das Saarland als Ganzes zu betrachten, für deutlich sinnvoller. Drei unterschiedliche Grenzwerte für verschiedene Bereiche in sechs Landkreisen sei einfach zu unübersichtlich. Da seien Missverständnisse vorprogrammiert.

Große Probleme für Gastronomie und Familien

Auch die Erwartung an die Gastronomie, jeweils für einige Tage öffnen zu können, dann schließen zu müssen, um möglicherweise nach wenigen Tagen wieder zu öffnen, sei schlicht nicht umsetzbar, so Lauer. Ein großes Problem sieht er auch für Familien, deren Kinder in unterschiedlichen Landkreisen zur Schule gehen.


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Ein Thema in der "Region am Mittag" am 23.04.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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