Oskar Lafontaine bei der Auftaktveranstaltung zu "aufstehen" in Burbach (Foto: SR Fernsehen)

"Der Protest der Menschen muss auf die Straßen und ins Parlament"

Interview: Katja Preißner   11.01.2019 | 09:15 Uhr

Das Wahljahr verspricht spannend zu werden, auch für die Linkspartei. Unter anderem werden im Osten Deutschlands drei Landtage gewählt, wo die Linke immer stark war. SR 3-Moderatorin Katja Preißner hat mit Oskar Lafontaine, dem Fraktionschef der Linken im saarländischen Landtag, über die politische Streitkultur, die Situation der Linken und die Bewegung "Aufstehen" gesprochen.

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"Der Protest der Menschen muss auf die Straßen und ins Parlament"
Audio [SR 3, Interview: Katja Preißner, 11.01.2019, Länge: 03:27 Min.]
"Der Protest der Menschen muss auf die Straßen und ins Parlament"

Diskussionen in der Politik und in den Parteien sollte man nicht als Krach oder Streit diffamieren, denn "Diskussionen müssen sein", sagt Oskar Lafontaine im SR-Interview. Entscheidend sei, dass es zivilisiert zugehe. Es gebe auf die anstehenden großen Herausforderungen keine einfachen Antworten und deshalb seien Diskussionen auch so wichtig.

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Für die Linke sieht er - auch mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen - die Notwendigkeit, sich breiter aufzustellen. Sie müsse besser werden, wenn es darum gehe, "die Interessen der Vielen zu vertreten". Viele würden gar nicht mehr zur Wahl gehen, weil sie das Gefühl haben, dass für sie sowieso niemand was tue. Und die Zahlen seien eindeutig. Weit über 40 Prozent der Menschen seien abgehängt, hätten nicht mehr das Einkommen wie in den 90er Jahren, so Lafontaine. "Wir müssen den Protest dieser Menschen auf die Straße bringen und ins Parlament."


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Ein Thema in "Guten Morgen" am 11.01.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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