Eine Lehrerin schreibt an eine Schultafel. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

GEW: "Wir haben jetzt Möglichkeiten, besser zu gestalten"

Interview: Gerd Heger   22.06.2020 | 13:00 Uhr

Die Ministerin und ihr Staatssekretär haben es stolz auf Facebook verkündet, und in der Pressekonferenz nach der Haushaltsklausur der Landesregierung wurde es ebenfalls hervorgehoben: Das Land investiert massiv in Bildung. Dazu im SR-Interview: Birgit Jenni, die saarländische Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Audio

GEW: "Wir haben jetzt Möglichkeiten, besser zu gestalten"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 22.06.2020, Länge: 03:25 Min.]
GEW: "Wir haben jetzt Möglichkeiten, besser zu gestalten"

Die Landesregierung hat eine Kehrtwende bei der Bildungspolitik eingeleitet. 70 zusätzliche Lehrer und rund 50 Entfristungen von Zeitverträgen soll es geben, und geplante Stellenstreichungen sollen nicht stattfinden. Summa sumarum sollen so an den saarländischen Schulen längerfristig 351 Lehrer mehr im Einsatz sein.

Planungen für 2021 und 2022
Landesregierung plant erhebliche Neuverschuldung
Die Landesregierung wird sich in den kommenden beiden Jahren wieder deutlich verschulden. Im kommenden Jahr um 431 und im Jahr darauf um 371 Millionen Euro. Das hat sie auf ihrer Haushaltseckdatenklausur in Saarbrücken beraten.

"Das ist der Weg in die richtige Richtung. Wir fordern das ja schon seit langem", sagt Birigit Jenni, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie sei froh, "dass das Damoklesschwert des Stellenabbaus jetzt nicht mehr über uns hängt." Jetzt gebe es Möglichkeiten, besser zu gestalten. Die Forderung nach Entfristung der übrigen bestehenden Zeitverträge bleibe aber auf jeden Fall bestehen.

Auch der geplante Ausbau der Sozialarbeit an den Schulen sei der richtige Schritt in die richtige Richtung, sagt Jenni. Sie kämpfe schon seit Jahren für multiprofessionelle Teams.

Jenni ist überzeugt, dass Bildungsministerin Streichert-Clivot genau wisse, worum es gehe, welchen Bedarf es im Bildungsbereich gebe. Sie habe sich ja auch schon seit Jahren für die Bildung eingesetzt, sagt Jenni.

Eine der Hauptforderungen sei nun, entweder Doppelbesetzungen in Klassen oder kleinere Klassen zu ermöglichen - auch mit Blick auf die Inklusion. Es habe sich gerade in den Coronazeiten gezeigt: Kleinere Klassen seien Segen, denn so seien individuelle Förderungen möglich.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 22.06.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja