Neue Tarifforderungen bei der Polizei (Foto: SR)

"Saarländische Polizei belegt in vielen Bereichen Abstiegsplätze"

Gerd Heger im Interview mit dem GdP-Vorsitzenden David Maaß

Onlinefassung: Raphael Klein   31.05.2019 | 12:15 Uhr

Die Gewerkschaft der Polizei im Saarland (GdP) sieht die hiesige Polizei kurz vor dem Kollaps: Personelle Überlastung und schlechte Bezahlung sorgten u. a. dafür, dass Kriminalität nicht mehr bekämpft, sondern nur noch verwaltet werde, sagte GdP-Sprecher David Maaß im SR-Interview. Er fordert eine höhere Besoldung und ein Überprüfung der Polizeireform aus dem Jahr 2018.

Audio

GdP-Vorsitzender: "Saarländische Polizei belegt in vielen Bereichen Abstiegsplätze"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger / David Maaß, 31.05.2019, Länge: 03:24 Min.]
GdP-Vorsitzender: "Saarländische Polizei belegt in vielen Bereichen Abstiegsplätze"

Eigentlich sollte die Polizeireform vom Oktober 2018 u. a. durch die Zusammenlegung von Dienststellen für eine Entlastung des Personals sorgen. Doch "die Stimmung in der saarländischen Polizei ist mies", sagt der GdP-Vorsitzende David Maaß. Auch nach der Polizeireform komme es weiterhin dazu, dass Polizeibeamte und - Beamtinnen mit Überstunden überlastet seien: So könne man Vernehmungen und Durchsuchungen teilweise nicht mehr in der gegebenen Frist durchführen. Daher müsse auch die Polizeireform auf den Prüfstand, fordert der GdP-Vorsitzende.

Auch mit der Besoldung sei man nicht zufrieden, sagt Maaß. Das habe eine Mitgliederbefragung ergeben, bei der 93,5 Prozent der Befragten sich gegen eine aktuell vorgesehene Besoldungsanpassung aussprachen. Insgesamt belege die saarländische Polizei in vielen Bereichen, aber vor allem beim Personalschlüssel und der Bezahlung, im Bundesvergleich Abstiegsplätze, beklagt Maaß und fordert die Politik auf zu handeln.

Ein Thema in der "Region am Mittag" vom 31.05.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen