Die Bedienung einer Gaststätte hält ein Tablett mit Getränken in der Hand (Foto: dpa)

DEHOGA: "Wir brauchen dringend einen Rettungsschirm"

Interview: Renate Wanninger   08.05.2020 | 12:30 Uhr

Ab dem 18. Mai dürfen Gaststätten und Hotels wieder öffnen - unter Einhaltung der Corona-Hygiene- und Abstandsregeln. Die Schutzmaßnahmen würden auf jeden Fall erfüllt, hätten aber auch große Einschränkungen zur Folge, sagt dazu Frank Hohrath, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Saarland im SR-Interview.

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DEHOGA Saarland: "Es wird eine etwas andere Art von Gastronomie"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger, 08.05.2020, Länge: 04:23 Min.]
DEHOGA Saarland: "Es wird eine etwas andere Art von Gastronomie"

Dass Gaststätten und Hotels nun endlich wieder öffnen dürfen, darüber freue man sich sehr, sagt Frank Hohrath vom saarländischen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). Die Abstandsregeln würden aber auch weniger Gäste bedeuten. Zahlreiche Betriebe seien bereits dabei, Konzepte zu entwickeln, wie man den Betrieb auch unter diesen Bedingungen aufrecht erhalten könne. Es werde sicherlich aber auch Betriebe geben, die erst einmal die Wirtschaftlichkeit einer Öffnung prüfen müssten. Mit Einkommenseinbußen müssten wohl alle rechnen, sagt Hohrath. "Ich glaube, dass die Betriebe vielleicht noch 30 bis 40 Prozent des Umsatzes machen können, den sie normalerweise machen - vielleicht sogar etwas darunter."

"Die zweimonatige Schließung ist nicht mehr aufzuholen"

Hohrath sieht deshalb die dringende Notwendigkeit für einen finanziellen Rettungsschirm - zusätzlich zu der für die Gastronomie beschlossenen Senkung der Mehrwersteuer. Die zweimonatige Schließung sei nicht mehr aufzuholen, in vielen Fällen seien Kredite aufgenommen worden, es habe Stundungen von Mieten und Pachten gegeben und "das schlägt ja irgendwann wieder zurück."

Darüber hinaus gebe es ja auch Betriebe wie zum Beispiel Diskotheken, bei denen eine Einhaltung der Abstandsregeln im Grunde nicht möglich sei. Diese Betriebe bräuchten weiterhin Unterstützung, und zwar wie bei der Soforthilfe, nicht zurückzahlbare Zuschüsse, sagt der DEHOGA-Chef. "Der Schuldenberg für die Betriebe nach der Krise ist sonst unendlich."

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 08.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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