SPD (Foto: dpa)

"Die Themen stimmen, die Darstellung muss besser werden"

Interview: Dorothee Scharner/Christian Petry   15.10.2018 | 12:30 Uhr

Das war ein bitterer Abendwahlabend für die SPD am 14. Oktober in Bayern. Mit 9,7 Prozent war es das schlechteste Ergebnis für die SPD bei einer Landtagswahl überhaupt. Ist die SPD überhaupt noch eine Volkspartei? Dazu im Interview: der saarländische SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Petry.

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Interview: "Selbst wenn wir was Gutes machen, wird es uns nicht zugerechnet"
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner, 15.10.2018, Länge: 04:01 Min.]
Interview: "Selbst wenn wir was Gutes machen, wird es uns nicht zugerechnet"

20 Prozent bei Bundestagswahl, 12 Prozent in Sachsen, 12 Prozent in Thüringen, 10 Prozent in Sachsen-Anhalt und nun 9,7 Prozent bei der Landtagswahl in Bayern. Ist die SPD überhaupt noch eine Volkspartei?

Video [aktueller bericht, 15.10.2018, Länge: 3:33 Min.]
Interview zur Bayernwahl mit Anke Rehlinger, Vorsitzende der Saar-SPD

"Unser Anspruch ist nach wie vor, das gesamte Spektrum abzudecken und aus den 9,7 Prozent wieder deutlich mehr zu machen", sagt der saarländische SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Petry. Rente, Mindestlohn, Umweltpolitik, Sicherheit - "das sind die Themen, die wir bearbeiten und die wir natürlich wieder stärker nach vorne bringen müssen und es muss uns einfach gelingen, dass dies auch wahrgenommen wird." Dazu komme, dass die zehn Prozent, die jetzt in Bayern rechts gewählt hätten, 50, 60 Prozent der Themen beherrscht hätten und das müsse anders werden.

Für Stimmen in der SPD, die jetzt für einen Austritt aus der Großen Koalition in Berlin sind, hat Petry vom Prinzip her Verständis. Aber: "Wir wollen unsere Ziele ja auch umsetzen." 2019 werde es eine Überprüfung der Koalition geben und die Themen, bei denen die SPD nachverhandeln will, lägen auf dem Tisch: zum Beispiel Mindestlohn oder Rentensicherung bis 2040.

"Die Darstellung muss besser werden"

Für Petry sind die Themen und Schwerpunkte, die die SPD setzt, inhaltlich richtig. Das Problem sei, dass vieles davon der SPD nicht zugerechnet würde. Zum Beispiel das Gute-Kita-Gesetz. "Es ist ein Projekt von uns, ist durchgesetzt, wird umgesetzt aber wir schaffen es nicht, dass es uns auch zugeordnet wird. Sein Fazit lautet deshalb: "Die Darstellung muss besser werden."

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 15.10.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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