Ford in Saarlouis (Foto: SR)

Ford-Aus: "Nicht abwarten, sondern jetzt aktiv werden"

Interview: Dorothee Scharner   27.06.2022 | 12:30 Uhr

Wie geht es weiter nach dem Standort-Aus für Ford? Experte Stefan Bratzel geht davon aus, dass der Standort nach 2025 ein neues Unternehmen braucht. Die Konkurrenz im Automobilbereich sei jedoch groß - nämlich europaweit.

Was kann aus dem Ford-Standort in Saarlouis werden? Diese Frage treibt zurzeit nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ford, sondern auch die Politik und die Wirtschaft im Saarland um.

Audio

"Nicht abwarten, sondern jetzt aktiv werden"
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner, 27.06.2022, Länge: 04:07 Min.]
"Nicht abwarten, sondern jetzt aktiv werden"
Interview mit Stefan Bratzel, Experte für Automobilwirtschaft.

Prof. Stefan Bratzel ist Experte für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule für Wirtschaft in Bergisch-Gladbach. Sein Rat an die saarländische Politik lautet: Nicht abwarten, welche Pläne Ford mit dem Standort Saarlouis verfolgt, sondern jetzt aktiv werden.

Dass es in Saarlouis nach 2025 - also über die Bestandsgarantie hinaus - mit Ford noch weiter gehen könnte, daran hat Bratzel seine Zweifel. Man sollte sich deshalb damit beschäftigen, dass man an dem Standort "nach 2025 ein neues Unternehmen braucht, das möglichst dann den Standort von Ford vielleicht sogar ein stückweit übernehmen kann."

Chinesische Autobauer

Seiner Einschätzung nach werden chinesische Autobauer versuchen, einen Zutritt zum europäischen Markt zu bekommen. Das heißt: "Am Ende müssen sie auch Werke in Europa etablieren, sonst werden sie keinen längerfristigen vernünftigen Marktzutritt erreichen können", so Bratzel.

Er rechnet deshalb damit, dass es Sondierungen von chinesischen Automobilherstellern geben werde. Er gibt aber zu bedenken, dass Deutschland nicht der einzige Standort in Europa sei, der für chinesische Unternehmen von Interesse sein könnte.

E-Mobilität

Ähnliches gelte für die E-Mobilität. Seiner Einschätzung nach werden zwar "noch weitere Player relativ schnell die Transformation einleiten", aber hier müsse Deutschland auf die Wettbewerbsfähigkeit achten - auch mit Blick auf die Löhne, so Bratzel.

Zukunftsstoff Wasserstoff?

Das Thema Wasserstoff als alternativer Antrieb hält er für den Bereich Pkw für nicht mehr relevant. Hier sei das Rennen entschieden. Im Bereich Lkw hingegen sei es noch offen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 27.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja