Maschinen der irischen Fluglinie Ryanair (Foto: dpa/Thomas Frey)

"Es ist eine ernstzunehmende Drohung"

Interview mit Harald Rosenbaum, Bezirksbürgermeister von Kirchberg

Interview: Simin Sadeghi   23.07.2020 | 16:30 Uhr

Die Fluggesellschaft Ryanair hat angekündigt, ihre Station am Flughafen Hahn aufzugeben. Der Hunsrück-Flughafen soll von den Iren auf eine einfache "Destination" runtergestuft werden. Das bedeutet, dass dort keine Ryanair-Flugzeuge mehr gewartet und geparkt werden. Ist dies nur ein erster Schritt zum endgültigen Rückzug vom Hahn? Und was bedeutet das für den Flughafen?

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Verbandsbürgermeister Kirchberg: "Es ist eine ernstzunehmende Drohung"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 23.07.2020, Länge: 03:37 Min.]
Verbandsbürgermeister Kirchberg: "Es ist eine ernstzunehmende Drohung"
Im SR-Interview gibt Harald Rosenbaum eine Einschätzung zur Ryanair-Ankündigung. Rosenbaum ist Verbandsbürgermeister von Kirchberg, in dessen Gebiet der Flughafen liegt.

Der irische Billigflieger Ryanair will offenbar seine Basis am Flughafen Frankfurt-Hahn zum 1. November schließen. Das hat das Unternehmen in Dublin angekündigt. Die Ryanair-Verbindungen vom und zum Hahn sollen aber aufrechterhalten werden. Der Kirchberger Bezirksbürgermeister Harald Rosenbaum hält die Ankündigung für eine "ernst zu nehmende Drohung".

Bedeutung des Flughafens wird geschwächt

Eine Station an einem Flughafen sei wichtig für die wirtschaftliche Bedeutung eines Flughafens innerhalb des gesamten Luftverkehrs, sagt Rosenbaum. Wenn eine solche Station wegfalle, rutsche der Flughafen in die Größenordnung einer Destination und das bedeute: "Mit jeder Änderung des Flugplans steht auch der Anflug des Flughafens infrage."

Rosenbaum befürchtet, dass sich vor dem Hintergrund der Coronakrise die Geschäftspolitik des irischen Unternehmens in Richtung Rückzug aus Hahn enwickeln könnte. Dies würde den Flughafen deutlich schwächen, sagt Rosenbaum.

Hahn ist größter Arbeitgeber in der Region

Der Flughafen Hahn ist nach Aussage von Rosenberg der größte Arbeitgeber in der Region. Am Flughafen selbst gebe es zwischen 1000 und 1500 Arbeitsplätze und hinzu kämen noch geschätzt 2000 indirekte Arbeitsplätze in Firmen, die für und mit dem Flughafen arbeiten. Eine Schließung des Flughafens wäre für die strukturschwache Region sehr schmerzhaft, so der Bezirksbürgermeister.

Viele Ausfälle durch Corona
Schwieriges Jahr für Saarbrücker Flughafen
Eigentlich wollte der Flughafen Saarbrücken in diesem Jahr seine Fluggastzahlen steigern. Doch daraus wird durch die Corona-Pandemie nichts. Verkehrsexperten sehen die Zukunft solch kleiner Regionalflughäfen ohnehin kritisch. Doch das Land bekräftigt, man wolle alles tun, um den Flughafen zu erhalten.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 23.07.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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