Plakat: Wir fordern die Nordsaarlandklinik in Wadern" (Foto: SR)

"Zur Versorgung gehört auch, dass die Wege nicht so weit sind"

Interview mit Bernd Schröder, Bürgerinitative Nordsaarlandklinik

Interview: Gerd Heger   08.03.2019 | 12:15 Uhr

Es ist die 75. Mahnwache der Wadener Bürgerinitiative "Nordsaarlandklinik". Seit Bekanntwerden der Schließungspläne für die Wadener Marienhaus-Klinik Mitte 2017 kämpft sie dafür, dass es in der Region weiterhin eine Klinik gibt. Sie fordern eine moderne Nordsaarlandklinkik.

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Interview: "Zur Versorgung gehört auch, dass die Wege nicht so weit sind"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 08.03.2019, Länge: 03:07 Min.]
Interview: "Zur Versorgung gehört auch, dass die Wege nicht so weit sind"

Krankenhäuser
Auseinandersetzung um Nordsaarlandklinik (12.12.2018)
Bei den abschließenden Beratungen zum Doppelhaushalt 2019/2020 haben die Abgeordneten des saarländischen Landtags auch den Etat des Sozial- und Gesundheitsministeriums diskutiert. Rund 860 Millionen Euro an Ausgaben plant das Haus von Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) in den kommenden beiden Jahren – 65 davon gehen an die Krankenhäuser. Angesichts von Krankenhausschließungen – wie vergangenes Jahr in Wadern – sei das viel zu wenig, sagen die Betroffenen. Vor dem Landtag hat deshalb am Vormittag eine Bürgerinitiative demonstriert.

Seit Ende 2018 ist die Marienhaus-Klinik in Wadern geschlossen. Als kleine "Ersatzlösung" soll am Standort ein Gesundheitszentrum und eine Rettungswache eingerichtet werden. Damit will sich die Bürgerinitative aber nicht zufrieden geben.

Sie begrüße die Einrichtung zwar sehr, auch weil es dann einen Notarzt vor Ort gebe, sagt Bernd Schröder, der Sprecher der Bürgerinitative Nordsaarlandklinik. Für die dauerhafte Versorgung von Notfällen gehöre aber auch, dass die Wege nicht so weit seien. "Wir haben hier eine durchweg alte Bevölkerung." Und das heißt für die BI: eine richtige Klinik. Der Standort für diese Klinik müsste aber nicht unbedingt Wadern sein, obwohl es ein sehr geeigneter Standort wäre, sagt Schröder.

Es habe auch Gespräche mit potenziellen Trägern gegeben, aber alle hätten gesagt, dass eine politische Unterstützung notwendig sei. Die Gründung eines Krankenhauses habe nun mal Auswirkungen auf andere Krankenhäuser in erreichbarer Nähe.

Als das Wadener Krankenhaus geschlossen wurde, habe ein Gutachten der Regierung gesagt, dass sie mehr Betten in den umliegenden Krankenhäusern genehmigen müsse. Dies sei auch erfolgt. Diese Betten müssten die entsprechenden Klinken dann wieder abgeben, sagt Schröder. "Und das tut natürlich keiner gerne."

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 08.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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