Ein Stempelkarussell steht neben einem Stapel Akten auf einem Schreibtisch in einer Behörde (Foto: dpa/Patrick Pleul)

"Wenn es nicht mehr geht, müssen wir Unterstützung einfordern"

Interview: Simin Sadeghi   23.08.2022 | 16:30 Uhr

Wie und wo kann noch Energie gespart werden? Das fragen sich nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Kommunen. Das Motto laute "Licht und Wärme sparen - wo immer es geht" aber im Grunde seien die Möglichkeiten begrenzt, sagt Jörg Aumann, Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetags und SPD-Oberbürgermeister von Neunkirchen.

Alle sollen beim Energiesparen ihren Beitrag leisten - so will es auch die Bundesregierung. Für die Städte und Gemeinden heißt das auch ganz praktisch: Sie müssen auch Geld sparen.

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Saarländischer Städte- und Gemeindetag: "Im Grunde sind die Möglichkeiten begrenzt"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 23.08.2022, Länge: 03:38 Min.]
Saarländischer Städte- und Gemeindetag: "Im Grunde sind die Möglichkeiten begrenzt"

Die sowieso schon eher klammen saarländischen Kommunen müssten mit weniger Geld genau so viel machen wie alle anderen, sagt Jörg Aumann, Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetags und SPD-Oberbürgermeister von Neunkirchen.

Licht und Wärme sparen - wo immer es geht

Wegen der steigenden Energiepreise müsse deshalb jetzt so viel wie möglich gespart werden. Das Motto laute "Licht und Wärme sparen - wo immer es geht", so Aumann.

Gespart werden könne beispielsweise durch die Absenkung der Temperatur im Hallenbad oder durch den Verzicht, Wahrzeichen anzustrahlen. Wenn die Heizperiode beginne, werde auch die Raumtemperatur in den Büros der Verwaltung gesenkt. "Wir können als Kommune ja nicht von den Bürgern Dinge verlangen, die wir selbst nicht auch in unseren Verwaltungen zu bringen bereit sind", so Aumann. Aber natürlich werde man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Büros dabei nicht frieren lassen. Ebenso wenig wie die Kinder in den Kitas und den Schulen.

Zurzeit sei man auf der Suche nach weiteren Einsparpotenzialen. Aber im Grunde seien die Möglichkeiten begrenzt, so Aumann.

"Wenn es nicht mehr geht, müssen wir Unterstützung einfordern"

Dass die Kommunen die Energiekostenexplosion ohne Unterstützung stemmen können, daran hat Aumann seine Zweifel. "Wir sind wirklich guten Willens, alles zu tun, was möglich ist. Aber wenn es wirklich nicht mehr geht, dann müssen wir auch die Unterstützung einfordern von den staatlichen Ebenen über uns." Denn dass die gestiegenen Kosten einfach an die Bürger weiter gereicht werden - beispielsweise durch höhere Eintrittspreise - das hält Aumann nicht für den richtigen Weg.


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