Ein Mann sitzt an Notizbuch und Rechner im Homeoffice.  (Foto: Pixabay / Free-Photos)

"Homeoffice hängt maßgeblich von der Art der Arbeit ab"

Interview mit Simone Reichelt, Arbeitskammer des Saarlandes

Interview: Janek Böffel   25.01.2021 | 12:30 Uhr

Ab dem 27. Januar gilt die neue Arbeitsschutzverordnung. Arbeitnehmer haben dann ein größeres Anrecht auf Homeoffice. Doch für wen gilt das und wie kann man es durchsetzen? Dazu im SR-Interview: Simone Reichelt, Referentin für Sozial und Arbeitsrecht bei der Arbeitskammer (AK).

"Es hängt maßgeblich von der Art der Arbeit ab"
Audio [SR 3, Interview: Janek Böffel, 25.01.2021, Länge: 03:34 Min.]
"Es hängt maßgeblich von der Art der Arbeit ab"
Simone Reichelt, Referentin für Sozial und Arbeitsrecht bei der Arbeitskammer (AK) zum Thema "Homeoffice".

Mit der Coronapandemie erlebt das Arbeiten von zuhause aus einen wahren Boom. Doch nicht jeder hat die Möglichkeit zum Homeoffice. Die neue Arbeitsschutzverordnung, die am 27. Januar in Kraft treten soll, will auch das Anrecht auf Homeoffice stärken. Doch nicht jede Arbeit ist dafür geeignet.

"Mit der neuen Arbeitsschutzverordnung ist nun eine Möglichkeit geschaffen worden, dass Arbeitnehmer ins Homeoffice können", sagt Simone Reichelt. Sie ist Referentin für Sozial- und Arbeitsrecht bei der Arbeitskammer des Saarlandes (AK).

Der Bund habe zwar beschlossen, dass Arbeitgeber Arbeitnehmer weitestgehend ins Homeoffice schicken sollen, aber entscheidend seien natürlich die Tätigkeiten der Arbeitnehmer, so Reichelt. Man könne als Arbeitnehmer nicht einfach so sagen: Ich geh jetzt ins Homeoffice, ob der Arbeitgeber das nun wolle oder nicht.

Für Homeoffice prinzipiell geeignet sind Bürotätigkeiten und Tätigkeiten, die digial von zuhause aus möglich sind. Bei zwingenden betrieblichen Gründen kann der Arbeitgeber aber auf Präsenz vor Ort bestehen. Dazu gehöre übrigens auch eine fehlende Infrastruktur für Homeoffice, sagt Reichelt.

Einvernehmliche Lösung suchen

Reichelt empfiehlt prinzipell, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Wenn es eine betriebliche Interessensvertretung gebe, sollte man sich auf jeden Fall zuerst an diese wenden. Wenn es keine Interessensvertretung gebe, sollte man versuchen, eine individuelle Absprache mit dem Arbeitgeber zu treffen. Bei einer strikten Weigerung des Arbeitgebers, Homeoffice zu ermöglichen, bliebe im Grunde nur der Weg, sich an die zuständige Aufsichtsbehörde zu wenden, sagt Reichelt.


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Ein Thema in der "Region am Mittag" am 25.01.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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