Eine Pflegerin hilft einem Mann auf die Beine. (Foto: Imago/Westend61)

Gewerkschaften und Arbeitgeber hoffen jetzt auf Verbesserung

Interview: Karin Mayer   09.11.2018 | 16:30 Uhr

Krankenhäuser und Altenheime bekommen mehr Geld, wenn sie zusätzliche Pflegekräfte einstellen. 13.000 zusätzliche Stellen werden finanziert. Das hat der Bundestag beschlossen. Dazu im SR-Interview: Michael Quetting von der Gewerkschaft Verdi, der seit Jahren dafür gestritten hat, und Manfred Klein, Chef der Saarländischen Krankenhausgesellschaft.

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Interview zum Pflegestärkungsgesetz
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer, 09.11.2018, Länge: 03:47 Min.]
Interview zum Pflegestärkungsgesetz

Er freue sich, dass seitens der Politik endlich etwas in Sachen Pflege etwas getan werde, sagt Michael Quetting von der Gewerkschaft Verdi. Besonders freue ihn, dass die Pflegekosten aus den Fallpauschalen herausgerechnet werden sollen.

Quetting kritisiert jedoch, "dass kein Personalbemessungssystem für die Krankenhäuser eingeführt werden soll - das heißt, wieviel Personal ist in der Früh-, Mittags- und Nachtschicht auf der Station vorzuhalten."

Der Pflegenotstand werde sich nur wirklich ändern, wenn es gelinge, auch tatsächlich besser Arbeitsbedingungen in der Pflege zu schaffen - das gelte für die Krankenhauspflege genauso wie für die Altenpflege.

Um dem Personalmangel in der Pflege entgegen zu arbeiten, setzt Quetting zum einen auf die Ausbildung jungen Menschen, aber auch darauf, dass bessere Arbeitsbedingungen dafür sorgen könnten, dass ausgebildete Fachkräfte wieder in ihren Job zurückkehren.

Auch Arbeitgeber hoffen auf Verbesserung

Auch die Arbeitgeber hoffen, dass das neue Gesetz eine Verbesserung bringt. "Uns allen ist bewusst, dass wir in der Pflege dringend eine Verbesserung brauchen", sagt Manfred Klein, Chef der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG). Entlastung sei notwendig, und die sei nur über zusätzliches Personal und veränderte Arbeitsbedingungen zu erzielen.

Ob die 13.000 zusätzlichen Stellen ausreichen, müsse man abwarten. Erst mal müssten diese Stellen qualifiziert besetzt werden und dann müsse man nochmal prüfen. Für die Besetzung der Stellen setzt auch Klein in erster Linie auf die Ausbildung.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 09.11.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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