Bayan Alsayasna mit ihrer Tochter Huda und ihrem Sohn Rifat (Foto: SR)

Zwei Beispiele für gelungene Integration

Kai Forst   06.02.2019 | 13:06 Uhr

Die Integration von geflüchteten Menschen, die ihre Heimat wegen Krieg und Verfolgung verlassen mussten, stellt viele Gemeinden vor große Herausforderungen. Doch es gibt auch Kommunen, wo die Integration offenbar sehr gut funktioniert, weil alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Quierschied ist eine solche Gemeinde.

Hinter Bayan Alsayasna liegt eine schwere Zeit. Mit ihren beiden Kindern, der zwölfjährigen Huda und dem neun Jahre alten Rifat, floh sie 2016 aus Syrien vor dem Bürgerkrieg und nahm dabei eine lebensgefährliche Reise auf sich: Zuerst mit dem Flugzeug in die Türkei, dann mit dem Schlauchboot nach Griechenland und schließlich über die Balkanroute nach Deutschland. Ihr Mann gilt seit vier Jahren als verschollen.

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Am Wichtigsten ist das Erlernen der Sprache
Audio [SR 3, Kai Forst, 06.02.2019, Länge: 03:03 Min.]
Am Wichtigsten ist das Erlernen der Sprache
Die Integration von geflüchteten Menschen, die ihre Heimat wegen Krieg und Verfolgung verlassen mussten, stellt viele Gemeinden vor große Herausforderungen. Doch es gibt auch Kommunen, wo die Integration offenbar sehr gut funktioniert, weil alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Quierschied ist eine solche Gemeinde. Reporter Kai Forst hat zwei Frauen besucht, die nach ihrer beschwerlichen Flucht aus Syrien ihre neue Heimat gefunden haben.

Inzwischen blickt Bajan nach vorne. Mit ihren Kinder lebt sie inzwischen in Göttelborn in der Gemeinde Quierschied und fühlt sich heimisch. Vor allem, weil sie von den Quierschiedern sehr viel Unterstützung erfahren hat. "Die Menschen im Rathaus waren sehr freundlich", sagt sie. Die Gemeinde stellte jedem einen ehrenamtlichen Betreuer bzw. eine Betreuerin. Die hätten ihr viel beigebracht.

Mittlerweile einen deutschen Führerschein

Inzwischen arbeitet sie in der Gemeinschaftsschule in Quierschied als Schülerbetreurin. In Syrien hat sie arabische Literatur studiert und als Lehrerin gearbeitet. Und wenn alles gut läuft, darf sie bald auch im Saarland Arabisch unterrichten. Denn die Landesregierung sucht noch Lehrer für den herkunftssprachlichen Unterricht und Bajan hat sich beworben. Schon bald wird sie erfahren, ob sie bald unterrichten darf. Der Schlüssel für alles, sagt sie, sei die Sprache. Mittlerweile hat sie sogar einen deutschen Führerschein und ein Auto.

Viel von den Kindern gelernt

Auch die 34-jährige Ruba Halabi nennt Quierschied inzwischen ihre Heimat. Sie profitierte von dem Familiennachzug und folgte ihrem Mann, der ein Jahr zuvor ins Saarland kam. So wie

mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern. Auch ihr hat die Sprache ihr die Türen geöffnet. Sie arbeitet inzwischen in der Nachmittagsbetreuung der Grundschule. Ein Job, bei dem die Kinder was lernen, Ruba aber auch. So wie Bayan hat auch sie viel Unterstützung von der Gemeinde erfahren. Man half ihr mit dem Jobcenter, der Wohnungssuche und vielem mehr. Inzwischen hat sie eine feste Stelle in der Nachmittagsbetreuung der Grundschule in Quierschied. "Auch für meine Kinder ist das Saarland inzwischen auch Heimat", sagt die 34-Jährige und lächelt.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 06.02.2019 berichtet.

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