„Drei-Ohren-Modell“ der A6-Anschlussstelle Homburg (Foto: Landesbetrieb für Straßenbau)

Vorarbeiten für „Drei-Ohr-Lösung“ haben begonnen

Mit Informationen von Nadine Thielen   28.08.2019 | 12:51 Uhr

Seit Jahren laufen die Diskussionen um immer mehr Verkehr in und um Homburg. Jetzt soll endlich Abhilfe geschaffen werden, die Anschlussstelle Homburg an der A6 wird erweitert – gegen viel Widerstand, vor allem in Reiskirchen. Heute laufen die Vorbereitungen für den Neubau des Mitfahrerparkplatzes an der A6.

Mitarbeiter des Landesbetriebes für Straßenbau haben heute Hinweisschilder aufgestellt, denn ab kommenden Montag ist die Richardstraße (L218) in Homburg-Reiskirchen für drei Wochen gesperrt. Dann soll der Mitfahrerparkplatz an der A6 für Autofahrer, die aus Richtung Saarbrücken kommen, vorläufig ausgebaut werden. Das alles sind aber nur Vorbereitungen für die eigentliche Baumaßnahme, die ab Juni nächsten Jahres startet.

Drei statt vier „Ohren“

Drei-Ohr-Ausbau der A6-Anschlussstelle Homburg
Audio [SR 3, Nadine Thielen, 28.08.2019, Länge: 04:46 Min.]
Drei-Ohr-Ausbau der A6-Anschlussstelle Homburg

Dann wird das dritte „Ohr“ an der Anschlussstelle Homburg gebaut. Das soll dort den Verkehr an der „Kreuzung“ der A6-Anschlussstelle mit der B423 zwischen Homburg und Bexbach entzerren. Hier soll eine Verbindung hinzukommen, sodass alle, die aus Richtung Saarbrücken von der A6 abfahren, nur noch über dieses dritte „Ohr“ nach Bexbach fahren können.

Ursprünglich war vorgesehen, vier dieser „Ohren“ zu bauen, doch da spielte der Bund nicht mit. Das sei von der Verkehrsbelastung her nicht nötig, hieß es zur Begründung. Günstiger wird’s trotzdem nicht, im Gegenteil: Das Projekt kostet 15,6 Millionen Euro – fast doppelt so viel wie 2015 geplant.

Auch Fahrbahn wird saniert

Der Landesbetrieb für Straßenbau nutzt die Maßnahme nach eigenen Angaben, um auch weitere Arbeiten an der Anschlussstelle vorzunehmen. Unter anderem werden 1,7 Kilometer der Autobahn von Grund auf saniert.

Für Ärger sorgt die Baustelle vor allem in Reiskirchen. Der Homburger Stadtteil ist, wenn das dritte „Ohr“ kommt, von der A6 abgeschnitten. Um von der A6 aus Richtung Saarbrücken nach Reiskirchen zu kommen, muss man dann über Kleinottweiler oder Erbach fahren. Das verärgert viele Reiskircher – außer jene, die direkt an der Richardstraße wohnen, der jetzigen Zufahrtsstraße zur Autobahn. Mit dem dritten Ohr fällt nämlich hier der Durchgangsverkehr weg.

Weitere Verkehrsprojekte für Homburg

Ein weiteres großes Zukunftsthema ist die Anschlussstelle Homburg-Ost, die den Osten von Homburg besser anbinden soll. Diese sorgte zuletzt für Ärger bei der Bürgerinitiative in Jägersburg, weil der vom Stadtrat beschlossene Bau nach Ansicht der Initiative durch ein Wasserschutzgebiet führt. Auch um die B423 gibt es immer wieder Ärger: Schon seit 40 Jahren wird dort über eine Ortsumgehung diskutiert. In zwei Jahren soll jetzt der Bau beginnen. Schwarzenbach und Schwarzenacker sollen vom Verkehr entlastet werden, gleichzeitig sehen Umweltschützer dort aber Probleme mit dem Naturschutzgebiet.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 „Region am Mittag“ vom 28.08.2019 berichtet.

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