Grundsteinlegung der neuen Großwache PI Saarbrücken (Foto: SR / Aktueller Bericht)

"Zuschüsse gibt es nur, wenn wir bauen"

Simin Sadeghi / Reinhold Jost   23.06.2022 | 16:30 Uhr

Wer bauen will, der muss im Moment ordentlich was drauflegen: Alles ist teurer geworden, besonders Baumaterialien. Das gilt für Häusle-Bauer genauso wie für Großprojekte wie zum Beispiel die Landes-Polizeischule des Saarlandes. Was also tun? Auf bessere Zeiten warten oder doch lieber schnell loslegen?

Die Baukosten schießen zurzeit durch die Decke. Materialien werden immer teurer oder sind teilweise gar nicht zu bekommen, weil Lieferketten gestört sind. Der Bau verzögert sich und verzögert sich und damit gerät oftmals auch noch die Kostenkalkulation in Schieflage. Davon sind nicht nur private Bauherrn, sondern auch die öffentliche Hand betroffen.

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Interview mit Bauminister Jost: "Zuschüsse gibt es nur, wenn wir bauen"
Audio [SR 3, Simin Sadeghi / Reinhold Jost, 23.06.2022, Länge: 03:52 Min.]
Interview mit Bauminister Jost: "Zuschüsse gibt es nur, wenn wir bauen"

"Stillstand ist nicht möglich"

Baumaßnahmen, die geplant und auch schon in der Umsetzung seien, würden weiter gebaut, sagt Bauminister Jost. Beispiel Uniklinik des Saarlandes. Da gehe es um die Patientenversorgung. Da könne man nicht plötzlich sagen, das Land warte, bis es wieder billiger werde. „Wir müssen das jetzt durchziehen.“

Es gehe zudem auch um Zuschüsse von Dritten. Die gebe es nur, wenn gebaut werde. Ein Stillstand sei nicht möglich, auch nicht beim Polizeiareal in der Mainzer Straße in Saarbrücken oder auf der Baustelle des neuen Polizeistandorts in Kirkel. Da laufe derzeit alles nach Plan.

Planungssicherheit für die Baufirmen

Die Kosten seien in großen Teilen noch kalkulierbar, weil es bei einer Reihe von Vorhaben bereits abgeschlossene Verträge gebe. Gegebenenfalls müsse da neu kalkuliert werden. „Das muss aber begründet werden.“ Warten auf günstigere Zeiten sei aber keine Option. „Das Risiko ist wesentlich größer, als es jetzt umzusetzen, denn es geht darum, nicht nur Planungs- und Bausicherheit für uns zu haben, sondern auch für die Baufirmen", so der saarländische Bauminister.

Etwa die Hälfte des Umsatzes im Baugewerbe des Saarlandes, wo weit über 10.000 Beschäftigte arbeiteten, sei abhängig von öffentlichen Aufträgen, sagt Jost. Die bräuchten ja auch Planungssicherheit.

Deutliche Probleme sieht Jost hingegen bei der Materialverknappung und dem Personalmangel bei den Baufirmen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 23.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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