Zapfhähne an einer Tankstelle (Foto: SR)

Zum Tanken über die Grenze - lohnt sich das noch?

Patrick Wiermer   14.03.2022 | 16:10 Uhr

Die Spritpreise gehen durch die Decke, nicht nur in Deutschland. Auch in den Nachbarländern reiben sich Autofahrer zum Teil verwundert die Augen. Trotzdem fahren noch viele Saarländer zum Tanken über die Grenze. Doch lohnt sich das überhaupt noch?

In Frankreich soll es ab April einen Nachlass von 14 Cent pro Liter auf den Spritpreis geben. Zudem hat die französische Regierung die Mineralölhändler aufgefordert, die Preise ihrerseits um fünf Cent zu senken. In Luxemburg, wo die Regierung die Preise für Benzin und Diesel festlegt, wurden sie bereits gesenkt. In Deutschland, wo der Markt die Preise definiert, wird derzeit darüber diskutiert, wie die Verbraucher entlastet werden können.

Audio

Zum Tanken über die Grenze - lohnt sich das noch?
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 14.03.2022, Länge: 03:06 Min.]
Zum Tanken über die Grenze - lohnt sich das noch?

An einer Tankstelle in Saarbrücken

Montag, 14. März, später Vormittag. Eine Tankstelle im Saarbrücker Stadtteil Schönbach. Ein Liter Super: knapp 2,23. Und für einen Liter Diesel zeigt die Zapfsäule sogar knapp 2,27 an. Da überlegt sich der ein oder andere schon, was man machen kann. Das Fahrtempo drosseln, um den Verbrauch zu senken, auf die Sonntagsfahrt verzichten und mehr Fahrrad, Bus und Bahn nutzen. Oder zum Tanken über die Grenze fahren.

Tanken in Frankreich

Die Spritpreise in Frankreich liegen etwas unter denen in Deutschland. Wer nahe der Grenze wohnt, kann so beim Tanken ein paar Cent sparen. Im Record Markt in Grosbliederstroff kostet der Diesel beispielsweise an diesem Montag knapp 2,21 Euro - also sechs Cent weniger als im benachbarten Schönbach.

Tanken in Luxemburg

Nach Preissprung am Donnerstag
Spritpreise in Luxemburg wieder gesunken
In Luxemburg sind in der Nacht auf Samstag die Preise für Benzin und Diesel wieder stark gesunken. Ein Liter Diesel kostet jetzt fast 42 Cent weniger als vorher, Super-Benzin ist rund 16 Cent pro Liter günstiger.

Wer einen größeren Tank hat, für den lohnt sich inzwischen auch die Fahrt nach Luxemburg wieder. Nachdem hier in der Nacht auf den 10. März ebenfalls die Preis in die Höhe geschnellt waren, sind sie in der Nacht zum 12. März wieder um 40 Cent gesunken. Der Liter Benzin kostet aktuell rund 1,73 Euro, Diesel knapp 1,70 Euro

Möglich macht dies unter anderem die staatliche Höchstgrenze für Spritpreise. Zudem ist die Mineralösteuer in Luxemburg niedriger als in Deutschland - für den Liter Super beispielsweise um 15 Cent.

Bundesfinanzminister lehnt Steuersenkung ab

Niedrigere Steuern auf Benzin und Diesel - das könnten sich auch viele Autofahrer in Deutschland als Hilfe bei den aktuellen Preisen vorstellen. Doch Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) lehnt dies ab. Stattdessen will Lindner einen staatlichen Tank-Zuschuss auf den Weg bringen. Der Betrag könnte dann beim Bezahlen an der Tankstelle abgezogen werden.


Mehr zum Thema


tagesschau.de
Lindner lehnt "Spritpreisbremse" ab
Frankreichs Regierung senkt den Spritpreis - auch in Deutschland mehren sich Rufe nach Entlastungen angesichts hoher Energiepreise. Finanzminister Lindner lehnt eine Senkung der Mehrwertsteuer aber ab. Die Grünen plädieren für ein "Energiegeld".


tagesschau.de
Hohe Energiepreise: Entlastung für die Bürger
Angesichts der stark angestiegenen Kosten für Benzin, Strom und Heizen kündigt Wirtschaftsminister Habeck Maßnahmen an. Auch Finanzminister Lindner stellt Erleichterungen in Aussicht.

Wechsel zum ÖPNV erleichtern
Grüne schlagen „Umsteiger-Ticket“ für Autofahrer vor
Die saarländischen Grünen haben die Einführung eines „Umsteiger-Tickets“ im saarländischen Verkehrsverbund SaarVV vorgeschlagen. Grund sind die deutlich gestiegenen Spritpreise.


Wahlkampfveranstaltung in Saarbrücken
Grünen-Bundesvorsitzende Lang fordert Energiegeld
Die Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, hat angesichts der gestiegenen Energiepreise darauf gedrängt, das sogenannte Energiegeld umzusetzen. Das nutze vor allem den Menschen, die am wenigsten haben, so Lang am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der Grünen in Saarbrücken.

Ein Thema u.a. in der "Region am Nachmittag" am 14.03.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja