Ein Mann sitzt  im Warteraum einer Arbeitsagentur. (Foto: dpa)

St. Wendeler Projekt hilft Langzeitarbeitslosen

mit Informationen von Karin Mayer   18.11.2021 | 16:30 Uhr

Wenn die Ausbildung fehlt, wenn kleine Kinder betreut werden müssen, dann kann der Weg zurück in den Arbeitsmarkt schwierig sein. Das St. Wendeler Projekt UFA bietet deshalb besondere Unterstützung für Familien an.

UFA steht für "Unterstützung für Familien". Das St. Wendeler Projekt will Langzeitarbeitslosen Tipps und praktische Hilfe bieten - zum Beispiel durch Begleitung zu Terminen, erklärt Pia Recktenwald von der St. Wendeler Initiative für Arbeit und Familie WIAF. Vier Beraterinnen und Berater kümmern sich in St. Wendel um 60 Familien. Sie besuchen die Langzeitarbeitslosen zuhause und helfen dort, wo der Schuh drückt.

Besondere Hilfe für Familien

St. Wendeler Projekt hilft Langzeitarbeitslosen
Audio [SR 3, Karin Mayer, 18.11.2021, Länge: 03:07 Min.]
St. Wendeler Projekt hilft Langzeitarbeitslosen

Eine Betroffene ist Saba. Sie ist 26 Jahre alt, kommt aus Eritrea, hat zwei kleine Kinder und lebt seit sieben Jahren im Saarland. Sie ist alleinerziehend und lebt von Arbeitslosengeld II. Gerade mit zwei kleinen Kindern sei es schwer, Arbeit zu finden, sagt sie.

Trotzdem will sie es schaffen und wird bei der Jobsuche jetzt beim Projekt "UFA" betreut. Für Saba heißt das: gemeinsam mit den Beratern eine Bewerbung formulieren und abschicken.

Sie hat sich bei der Pflegeschule in Lebach beworben und möchte gerne Krankenpflegerin werden. Bei der Entscheidung hat das Projekt UFA sie unterstützt.

Häufiges Problem: Kinderbetreuung

Was die junge Frau beschäftigt, ist die Frage, wie ihre Kinder während der Ausbildung betreut werden. Schon die Fahrt nach Lebach kostet viel Zeit. In so einem Fall wäre eine Teilzeitausbildung gut. Das gestalte sich jedoch oft schwierig, sagt Pia Recktenwald. In weniger als ein Prozent der saarländischen Betriebe werde eine solche Teilzeitausbildung angeboten. Man versuche nun, die Betriebe dafür zu gewinnen.

Daran oder an anderen persönlichen Lebensumständen scheitert häufig die Jobsuche. Auch deshalb hab das St. Wendeler Amt für Kommunale Arbeitsförderung Familien mit Kindern seit Jahren besonders im Blick, sagt Geschäftsführer Thomas Schmidt. Das Beste, was einem Kind passieren könne, sei es nämlich, wenn es Vorbilder habe - und das seien eben auch Eltern, die arbeiten gehen.

Erste Erfolge schon erreicht

Das Projekt UFA wird mit 800.000 Euro vom Bund gefördert. Zehn Prozent der Kosten übernimmt der Landkreis. Es ist bereits der dritte Bundesprojekt für Familien von Langzeitarbeitslosen. Im Ergebnis habe man schon viel erreicht, sagt Schmidt. Man habe die Zahl der Langzeitarbeitslosen bereits fast halbieren können.

Ein Thema in der Sendung "Region am Nachmittag" vom 18.11.2021 auf SR 3 Saarlandwelle.

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