Ein Stapel Euromünzen (Foto: picture alliance/Zoonar/Wolfilser)

Studierende: Antrag auf Überbrückungshilfen häufig abgelehnt

Oliver Buchholz   24.07.2020 | 16:45 Uhr

Corona hat viele Bereiche unsere Lebens lahm gelegt. Besonders betroffen war unter anderem die Gastronomie. Eine Branche, in der auch viele Studierende arbeiten. Ihre finanziellen Ausfälle waren demnach sehr hoch. Der Bund hatte deshalb ein Hilfsprogramm aufgelegt. Die Anträge dazu wurden jedoch nirgendwo sonst so oft abgelehnt wie im Saarland. Stellt sich die Frage warum? SR-Reporter Oliver Buchholz hat nachgefragt.

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Saar-Studierende: Antrag auf Unterstützung häufig abgelehnt
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 24.07.2020, Länge: 03:07 Min.]
Saar-Studierende: Antrag auf Unterstützung häufig abgelehnt

Knapp 61 Prozent der im Saarland gestellten Anträge von Studierenden auf Überbrückungshilfe wurden abgelehnt. Das Saarland ist damit einsamer Spitzenreiter. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 31 Prozent. Das hat eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion ergeben.

Viele Studierende wohnen zuhause

Die rund 680 Anträge aus dem Saarland hat das Studentenwerk im Saarland bearbeitet. 414 von ihnen wurden durch das Studierendenwerk des Saarlandes abgelehnt. Der Vorsitzende Christian Wagner gibt als Begründung an, dass es im Saarland bereits Förderprogramme von Universität und Land gegeben habe, mit denen bereits einige Studenten unterstützt worden seien und Notlagen gelindert werden konnten. Außerdem gebe es hier viele Studierende, die noch zuhause bei den Eltern wohnen. "Die fallen in der Regel durchs Raster weil sie nicht eindeutig Lebenshaltungskosten wie Miete über ihr Konto nachweisen können."

Damit ist der große Unterschied zu anderen Bundesländern aber nicht ganz zu erklären. In Bremen beispielsweise wurden rund sieben Prozent der Anträge abgelehnt, im Saarland waren es 61 Prozent.

Hürden zu hoch

Jürgen Renner (SPD), Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses im Landtag sagt: Generell seien die Hürden für die Überbrückungshilfen viel zu hoch. Man müsse die Kriterien runterschrauben, damit die Hilfe dort hinkomme, wo sie benötigt werde. "Die Überbrückungshilfe verdient ihren Namen nicht und sie wird ihrem Ziel in weiten Teilen nicht gerecht", so der SPD-Politiker.

In den kommenden Wochen will Renner unter anderem mit dem Studentenwerk zusammen Ursachenforschung betreiben. Beide Seiten fordern von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) Nachbesserungen an den Förderkriterien und dass das Geld deutlich schneller und unbürokratischer fließen soll.

Ein Thema inder "Region am Nachmittag" am 24.07.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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