Baustelle der GBS Saarlouis für Sozialer Wohnungsbau Projekt (Foto: SR/Patrick Wiermer)

Bauprojekt zum Sozialen Wohnungsbau vorerst gestoppt

Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgesellschaft Saarlouis

Patrick Wiermer   29.04.2022 | 16:30 Uhr

Alles wird teurer – und das betrifft nicht zuletzt auch das Wohnen. Die Nebenkosten gelten nicht umsonst bereits als zweite Miete. Umso wichtiger ist der Soziale Wohnungsbau, mit dem Wohnungen zu erschwinglichen Preisen angeboten werden könnten. Mit 14,5 Milliarden Euro will der Bund den sozialen Wohnungsbau fördern. Doch dafür braucht es passende Förderprogramme. Wenn die ausbleiben, müssen Projekte gestoppt werden – so wie jetzt in Saarlouis.

So stellen sich viele vielleicht nicht unbedingt sozialen Wohnungsbau vor. Die Lage: Innenstadt nah, mit Blick auf dem Saaraltarm. Die Ausstattung: Modern und energieffizient. So stehen sie da die Neubauten der Gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgesellschaft Saarlouis (GBS) am Husarenweg. Doch neben den bereits fertiggestellten Bauten klafft eine Baulücke.

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GBS Saarlouis stoppt Bauprojekt Sozialer Wohnungsbau
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 29.04.2022, Länge: 03:02 Min.]
GBS Saarlouis stoppt Bauprojekt Sozialer Wohnungsbau

Rund 40 Wohnungen sollen hier im dritten Bauabschnitt entstehen, doch der Bau steht still. Ein Grund: Die stark angestiegenen Kosten für Baumaterial.

Damit eine gemeinnützige Baugesellschaft wie die GBS trotzdem so bauen kann, dass am Ende bezahlbare Mieten stehen, braucht es öffentliche Fördermittel. Die GBS hatte dafür einen Antrag für ein Bundes-Förderprogramm gestellt, das allerdings im Januar abrupt eingestellt wurde, bevor der Antrag durchging.

Bedingungen sind schlechter geworden

Vor gut einer Woche hatten Bauherren nochmals Gelegenheit eine Förderung zu beantragen, das Programm wurde wegen der großen Nachfrage bereits nach drei Stunden wieder geschlossen. Für diese Förderung hatte sich die GBS allerdings auch gar nicht beworben.

Die Bedingungen seien deutlich schlechter gewesen, so Knut Kempeni, Geschäftsführer der GBS. Vorher sei ein Entwicklungszuschuss von 25 Prozent gewährt worden. "Der konnte so nicht mehr beantragt werden, sondern jetzt nur noch in Verbindung mit einem Darlehen und reduziert auf 12,5 Prozent." Das Darlehen habe aktuell einen Zinssatz von 2,3 Prozent. "Da sehen wir keine Förderung mehr drin."

Viele Anträge für günstige Wohnungen

Dabei braucht es gerade in Saarlouis bezahlbaren Wohnraum. Die Stadt ist beliebt, die letzten Jahre waren geprägt von einem Bauboom, vor allem im gehobenem Segment. Die Mieten in Saarlouis liegen bei etwa acht Euro pro Quadratmeter. Es geht natürlich auch deutlich teurer.

Bei der GBS gibt es zurzeit zwischen 300 und 400 Anträge für bezahlbaren Wohnraum. Rund 20 Prozent davon sind von Menschen mit geringem Einkommen.

Die GBS hat das Ziel, Wohnungen für unter sechs Euro pro Quadratmeter anzubieten. Doch die müssen gebaut werden. Kempeni hofft nun darauf, dass das Förderprogramm entsprechend angepasst wird, um Klimaschutz und bezahlbaren Wohnraum unter ein Dach zu bekommen.

Es gibt noch Hoffnung

Das Bundesbauministerium sagte auf SR-Anfrage, dass es die Erfahrungen der Antragsteller wie der GBS für die kommenden Programme berücksichtigen werde.

Die Hoffnung, dass es trotz unsicherer Zeiten am Saarlouiser Husarenweg weitergeht, ist also noch nicht gestorben.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 29.04.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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