Großrosseln und der Disput über die Gleise im Ort

Großrosseln und der Disput über die Gleise im Ort

Alexander M. Groß   08.02.2019 | 12:30 Uhr

Der Bürgermeister von Großrosseln, Jörg Dreistadt (SPD), will die Schienen im Ort weghaben, um Platz zu schaffen für den Autoverkehr und einen neuen Supermarkt. Der Verein "Plattform Mobilität SaarLorLux“ sieht in den Rückbau-Plänen den Bürgermeisters puren Aktionismus. Ihre Vorstellung: Ein Ringverkehr von Saarbrücken durch das Rosseltal nach Forbach und wieder zurück. Zu teuer, sagt dazu Dreistadt.

In knapp zwanzig Minuten von Großrosseln zum Saarbrücker Hauptbahnhof - und zwar mitten im Berufsverkehr. 1971 war das möglich - Dank der Rosseltalbahn, aber die fährt schon lange nicht mehr.

Bürgermeister will Platz schaffen

„Die ganze Strecke ist eigentlich im Moment ein totes Stück Gleis", sagt Bürgermeister Jörg Dreistadt. Und das will er nun aus dem Ort raushaben. Mit der SPD-Mehrheit im Gemeinderat will er eine Endwidmung der Strecke erwirken und dann den Bahndamm in Großrosseln abreißen. Viele Franzosen kämen nach Großrosseln zum Einkaufen und das führe im Ort immer wieder zu Verkehrsproblemen, so Dreistadt. Außerdem sehen seine Pläne vor, dass sich auf dem Gleisgelände ein neuer Supermarkt ansiedelt. Die Gleise sollten seiner Vorstellung nach am Ortsrand gekappt werden.

Plattform Mobilität will grenüberschreitenden Ringverkehr

Die Interessengemeinschaft Rosseltalbahn, die inzwischen im Verein "Plattform Mobilität SaarLorLux“ aufgegegangen ist, hält Dreistadts Rückbau-Pläne für puren Aktionismus. Dreistadt habe als Bürgermeister noch ein Jahr Amtszeit und wolle nun alles übers Knie brechen, sagt Willi Huppert von der Plattform. Er wolle einen weiteren Lebensmittel-Supermarkt in der Nähe des Bahnhofs oder auf Schienengelände, dabei sei Großrosseln eigentlich – was die Märkte angehe - überversorgt.

Die Plattform Mobilität würde lieber den ÖPNV gestärkt sehen - und das grenzüberschreitend. Die Vorstellung: Ein Ringverkehr von Saarbrücken durch das Rosseltal nach Forbach und wieder zurück. Dazu müssten allerdings einige hundert Meter Strecke neu gebaut werden. Unbezahlbar, sagt dazu der Bürgermeister. Doch bezahlbar, sagt die Interessengemeinschaft, und zwar über das Lückenschluss-Programm der EU.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 08.02.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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