Gregor Gysi im Interview (Foto: SR)

"Ich glaube, eine Bewegung muss unten entstehen"

Dorothee Scharner/Gregor Gysi   16.10.2018 | 16:15 Uhr

Gregor Gysi ist immer noch die Symbolfigur der Linken, auch wenn er schon längst den Fraktionsvorsitz im Bundestag geräumt hat. Jetzt spielt er auf europäischer Bühne. Aber immer dann, wenn ihn die Partei für den Wahlkampf braucht, lässt er sich dann doch wieder breit schlagen und tritt auf. Kürzlich in Bayern, demnächst in Hessen, am 15. Oktober, ganz außerhalb jedes Wahlkampfs, in Saarbrücken, um sein neues Buch vorzustellen. Eine gute Gelegenheit, mit ihm über den Zustand der Linken und über die Bewegung "Aufstehen" zu sprechen.

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"Ich glaube, eine Bewegung muss unten entstehen"
Audio [SR 3, Dorothee Scharner/Gregor Gysi, 16.10.2018, Länge: 03:00 Min.]
"Ich glaube, eine Bewegung muss unten entstehen"

Ruhestand mit 70? Nicht für Gregor Gysi. Jedenfalls kann er sich noch richtig echauffieren, wenn es um den Zustand seiner Partei, Die Linke, geht. Es ärgert ihn, dass die Linke, anders als die Grünen, nicht als Gegenpol zur AfD gelten. Und die Frage sei: Warum? "Das müssen wir so schnell wie möglich analysieren und auch korrigieren", sagt Gysi.

Die von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine gegründete Bewegung "Aufstehen" als linkes Bündnis gegen rechts sieht Gysi kritisch. Bewegungen funktionierten dann, wenn es um ein konkretes Thema gehe und sie müssten von unten entstehen. Es müsse ein Bedürfnis dafür geben, sagt Gysi. Zudem berge die Aktion die Gefahr, dass aus ihr eine Partei enstehen könnte und "dann haben wir die Spaltung."

Und zur Situation in Bayern sagt er: Wenn die CSU mit den Freien Wählern statt mit den Grünen koaliere, mache sie genau so weiter wie bisher, statt Mumm zu zeigen. "Sie verstehen nicht, dass das nicht geht."

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 16.10.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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