Demonstranten blockieren Straßen, um gegen höhere Spritpreise zu demonstrieren (Foto: dpa/Jean-Francois Badias)

Können die Saarländer nach Lothringen fahren?

Lisa Huth   07.12.2018 | 09:29 Uhr

Es ist zu erwarten, dass es auch an diesem Wochenende wieder Blockaden der "Gilets Jaunes" in Frankreich geben wird. In den sozialen Medien wird zu Demos und Blockaden aufgerufen. Die franzöische Regierung rechnet mit Ausschreitungen. Bei der Polizei gibt es eine Urlaubssperre. Rund 65.000 Einsatzkräfte sind mobilisiert.

Für viele Saarländer ist es eine liebe Gewohnheit, am Wochenende in Frankreich einzukaufen oder über einen der französischen Weihnachtsmärkte zu bummeln. Doch wegen der Straßenblockaden der "Gilets Jaunes" sind inzwischen viele verunsichert, ob sie überhaupt über die Grenze fahren sollen.

Tipps für Autofahrer

Wer an diesem Wochenende nach Frankreich will, sollte zur Sicherheit eine gelbe Warnweste auf das Armaturenbrett legen. Sie gilt als Zeichen der Solidarität und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man an einer Blockadestelle durchgewunken wird. Auf Diskussionen sollte man lieber verzichten. Und auf jeden Fall gilt: ruhig und gelassen bleiben, auch wenn es unter Umständen erwas länger dauert.

Einzelhandel leidet unter den Protesten

Eigentlich sind die Wochen vor Weihnachten für den Einzelhandel die umsatzstärkste Zeit. Durch die Blockaden der "Gilets Jaunes" bleiben aber viele Kunden aus. Seit Wochen sinkt der Umsatz. Und auch die Anbieter auf den Weihnachtsmärkten sind betroffen.

Hintergrund

"Gelbwesten" in Frankreich
Vorerst keine Ökosteuer
Die Proteste der "Gelbwesten" in Frankreich haben Konsequenzen: Regierungschef Philippe kündigte einen sechsmonatigen Aufschub der umstrittenen Ökosteuer an. Auch die Strom- und Gaspreise sollen stabil bleiben.

Auslöser für die Protestaktion war die geplante Einführung einer Ökosteuer auf Benzin und Diesel. Schnell kamen weitere Forderungen hinzu: Eine Erhöhung des Mindestlohns, Steuerfreiheit für die Prämien, die die Arbeitnehmer am Jahresende erhalten, und ein Stop der Pläne, die Renten einzufrieren. Bei einem Teil der Forderungen ist die Regierung inzwischen eingegangen - so wurde z.B. die geplante Steuererhöhung auf den Sprit eingeforen. Beim Thema Rente gibt es bisher keine Zuständnisse.

Proteste in Frankreich
3. Dezember 2018
Seit drei Wochen demonstrieren die Gilets Jaunes - die Gelben Westen - in Frankreich. Eigentlich sollte der Protest friedlich ablaufen, mittlerweile kommt es zu Ausschreitungen. Auch bei uns in der Region. Im Studiogespräch: SR-Frankreichexpertin Lisa Huth.

Den Protesten der "Gilets Jaunes" haben sich inzwischen auch Schüler und Lkw-Fahrer angeschlossen. Die französischen Bauern haben Demos für die zweite Dezemberwoche angekündigt. Und es gibt immer wieder, zum Teil heftige Ausschreitungen wie zum Beispiel am ersten Dezemberwochenende in Paris mit über 130 Verletzen. Und die Ausschreitungen beschränken sich nicht auf die Hauptstadt. Am gleichen Wochenende wurden u.a. in Sankt Avold der Busbahnhof und Geschäfte in der Innenstadt zerstört.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 07.12.2018 berichtet.

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