Autofahrer in Gelben Warnwesten beim Massenprotest in Frankreich (Foto: picture alliance/Jean-Francois Badias/AP/dpa)

"So viel kann der Präsident gar nicht versprechen"

Studiogespräch: SR-Frankreichexpertin zu "Gilets Jaunes" in der Region

Studiogespräch: Renate Wanninger/Lisa Huth   03.12.2018 | 12:30 Uhr

Seit drei Wochen demonstrieren die Gilets Jaunes - die Gelben Westen - in Frankreich. Eigentlich sollte der Protest friedlich ablaufen, mittlerweile kommt es zu Ausschreitungen. Auch bei uns in der Region. In Sankt Avold beispielsweise haben Schlägertrupps Teile der Innenstadt zerstört. Im Studiogespräch: SR-Frankreichexpertin Lisa Huth zum aktuellen Stand der Dinge.

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Studiogespräch: "So viel kann der Präsident gar nicht versprechen "
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Die Gilets Jaunes, die gelben Warnwesten, demonstrieren seit drei Wochen in Frankreich. Hauptdemos sind immer am Samstag. Das Besondere: Es gibt keine Gruppen oder Anführer, die Menschen treffen sich an Kreiseln oder Autobahnausfahrten und blockieren mehr oder weniger den Verkehr. Eigentlich sollte das friedlich ablaufen. Aber schon vor zehn Tagen ist die Lage eskaliert, und am 1. Dezember gingen die Bilder von der Zerstörungswut in Paris um die ganze Welt.

Auch hier in der Region wird blockiert. Und auch hier gab es gewalttätige Ausschreitungen. In Sankt Avold beispielsweise haben Schlägertrupps Teile der Innenstadt zerstört. Die Rädelsführer standen bereits am 4. Dezember vor Gericht. Am Tag davor Tage demonstrierten Oberstufenschüler in Städten entlang der Grenze. In Thionville und Forbach wurden 18 Menschen verletzt, darunter ein Polizist.

Wie es mit den Demonstrationen weiter gehen wird, und was man im kleinen Grenzverkehr beachten sollte, darüber informiert SR-Frankreichexpertin Lisa Huth im Studiogespräch.


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