Rettungsassistenten liefern eine Notfallpatientin auf einer Trage in ein Krankenhaus ein. (Foto: picture alliance/Stephan Jansen/dpa)

Bertelsmann-Stiftung will weniger Krankenhäuser im Saarland

Oliver Buchholz   15.07.2019 | 13:08 Uhr

Bundesweit weniger Krankenhäuser, die dafür besser ausgestattet sind, das fordert eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung. Rund die Hälfte der Kliniken in Deutschland könnten dadurch eingespart werden. Im saarländischen Gesundheitsministerium sieht man das skeptisch.

„Man kann einen Krankenhausplan nicht auf dem Reißbrett entwerfen“, kritisierte Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling im Interview mit dem SR die Studie. Sie entwerfe ein Idealbild, das historische und gewachsene Strukturen außer Acht lasse.

Video [aktueller bericht, 15.07.2019, Länge: 3:23 Min.]
Bertelsmann-Stiftung fordert Reduzierung der Krankenhäuser

Krankenhäuser müssen erreichbar sein

Gesundheitsministerium zur Krankenhaus-Studie
Audio [SR 3, (c) SR, 15.07.2019, Länge: 05:01 Min.]
Gesundheitsministerium zur Krankenhaus-Studie
Kommentar: Andreas Kindel zur Krankenhaus-Studie
Audio [SR 3, Andreas Kindel, 15.07.2019, Länge: 02:00 Min.]
Kommentar: Andreas Kindel zur Krankenhaus-Studie

Neben der Qualität und der Wirtschaftlichkeit der Häuser spiele auch die Erreichbarkeit eine wichtige Rolle. Kliniken wie Losheim, Lebach oder St. Wendel hätten nach wie vor eine Daseinsberechtigung. Die Studie treffe zudem keine Aussage darüber, wie die ambulante Versorgung aussehen und wie eine solche Krankenhauslandschaft finanziert werden soll.

Grundsätzlich stimmte Kolling den Forderungen der Gesundheitsexperten aber zu: Der Ausbau der ambulanten Versorgung und eine stärkere Spezialisierung der 22 saarländischen Krankenhäuser seien ohnehin schon Themen in der aktuellen Krankenhausplanung. Damit das aber in den kommenden Jahren gelingen könne, bräuchte es mehr Geld vom Bund.

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Mittag vom 15.07.2019 berichtet.

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