Mutter mit Neugeborenem (Foto: dpa)

Eine Geburt ohne Begleitung: "Das wäre angsteinflößend"

Simin Sadeghi / Onlinefassung: Lisa Bohr   16.04.2020 | 16:01 Uhr

Alleine im Kreißsaal ohne vertrauten Menschen – für die meisten werdenden Mütter ist das eine schreckliche Vorstellung. In den saarländischen Krankenhäusern gab es dahingehend noch vor wenigen Wochen unterschiedliche Regelungen. Eine einheitliche Richtlinie sieht mittlerweile vor, dass eine Person zugelassen sein soll.

In Zeiten von Corona läuft für Schwangere vieles anders als normal. Diese Erfahrung hat die werdende Mutter Marie aus Saarbrücken gemacht. Im Gegensatz zu ihrer ersten Schwangerschaft sei es ihrem Mann dieses Mal nicht erlaubt gewesen, sie zu den Untersuchungen oder auch zur Voranmeldung im Krankenhaus zu begleiten.

Geburten in Zeiten von Corona
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 16.04.2020, Länge: 03:01 Min.]
Geburten in Zeiten von Corona

Daraufhin hat Gesundheitsministerin Bachmann gefordert, dass die Krankenhäuser sich auf einheitliche Regelungen verständigen. Seit mehr als einer Woche gibt es nun eine solche Einigung. Nach Angaben der saarländischen Krankenhausgesellschaft sieht sie vor, dass die Väter oder eine Begleitpersonen mit in den Kreissaal und danach noch zwei Stunden bei Mutter und Kind bleiben dürfen. Danach müssen sie gehen. Es bleibe aber den Krankenhäusern überlassen, ob sie die Besuchsregelungen großzügiger auslegen.

Für Marie eine gute Nachricht. Sie möchte sich eine Geburt ohne ihren Mann nicht vorstellen. Es wäre angsteinflößend und man würde nicht so schöne Erinnerungen an die Geburt haben, wie wenn man diese mit dem Partner erlebe, sagt sie.

Auch die Besuchsregeln nach der Geburt werden von den Krankenhäusern unterschiedlich gehandhabt. Wie lange genau Mutter und Kind nach der Geburt besucht werden dürfen, liegt in den Händen der einzelnen Krankenhäuser.

Marie hat Glück: Ihr Ehemann wird im Krankenhaus die ganze Zeit an ihrer Seite bleiben dürfen. Allerdings darf er das Krankenhaus während dieser Zeit nicht verlassen.

Ein Thema in der Sendung "Region" vom 16.04.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

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