Der Gasverbrauch wird auf einem Gaszähler eines privaten Haushaltes angezeigt (Foto: picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod)

Banger Blick auf die Gasversorgung

Eva Lippold   24.06.2022 | 16:15 Uhr

Der Bundeswirtschaftsminister hat die zweite Eskalationsstufe im Notfallplan Gas ausgerufen. Diese Entscheidung von Habeck sei richtig, sagt Hanno Dornseifer, der Vorsitzende des Verbands der Energie- und Wasserwirtschaft des Saarlandes. Die Situation sei ernst - vor allem mit Blick auf den Winter.

Für die Energiewirtschaft im Saarland bedeute Warnstufe 2: Einerseits Sparen – andererseits einkaufen was das Zeug hält, so Dornseifer. Letzteres allerdings gestalte sich schwierig, da die Abhängigkeit von Pipeline-Gas zu groß und Flüssiggas weltweit knapp sei.

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"Wenn wir es nicht schaffen, die Speicher zu füllen, sind alle Versorger in der Bredouille"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 24.06.2022, Länge: 04:04 Min.]
"Wenn wir es nicht schaffen, die Speicher zu füllen, sind alle Versorger in der Bredouille"
Interview mit Hanno Dornseifer, Vorsitzender des Verbands der Energie- und Wasserwirtschaft des Saarlandes.

Würden die deutschen Gasspeicher nicht bis zum Winter gefüllt, dann seien auch alle regionalen Versorger in der Bedrouille.

Kritische Infrastruktur hätte Priorität

Im schlimmsten Fall müsse die Bundesnetzagentur dann Gas zuteilen und gegebenenfalls den Bezug reduzieren.

Private Haushalte sind geschützt

Dabei hätte zunächst alle kritische Infrastruktur Priorität – etwa Krankenhäuser und Polizei. Und auch dem Endverbraucher könne nicht einfach der Gashahn zugedreht werden, so Dornseifer. „Generell sind Haushalte geschützt.“

Aber er appelliert er an die Solidarität der Saarländerinnen und Saarländer: Jeder sollte seinen Verbrauch reduzieren, so könne jeder helfen, auch Arbeitsplätze zu schützen.


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Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 24.06.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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