Stahlkocher (Foto: imago/Jochen Tack)

Nicht jedes Unternehmen kann Gas einsparen

Lisa Krauser   09.08.2022 | 16:45 Uhr

Gas sparen ist das Gebot der Stunde. Das gilt für Privatleute ebenso wie für Unternehmen. Doch es gibt Unternehmen, die ohne Gas nicht produzieren können.

Am 9. August ist der Gas-Notfallplan der EU in Kraft getreten. Er sieht vor, dass alle EU-Länder ihren Gasverbrauch bis März nächsten Jahres freiwillig um 15 Prozent senken.

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Kleine Metallgießerei kann ohne Gas nicht produzieren
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 09.08.2022, Länge: 02:54 Min.]
Kleine Metallgießerei kann ohne Gas nicht produzieren

SR-Reporterin Lisa Krauser hat eine kleine Metallgießerei in Saarbrücken besucht, die bei sich kaum Einsparpotential beim Gas sieht und aktuell zudem Schwierigkeiten hat, einen neuen Gaslieferanten fürs nächste Jahr zu finden.

Keine Möglichkeit, Gasverbrauch zu reduzieren

Das kleine Unternehmen fertigt Maschinenbauteile aus Kupferlegierungen. Und dafür braucht es Gas. Ohne Gas sei die Produktion nicht möglich, sagt Ursula Kilburg. Sie leitet das Familien-Unternehmen mit 16 Mitarbeitern in fünfter Generation. "Mein Topf muss 300 Grad erreichen und da kann ich nicht bei 100 Grad die Gasflamme wieder rausnehmen. Das geht einfach nicht."

Preise gehen durch die Decke

Und das ist nicht das einzige Problem. Die Gießerei hat einen Gasverbrauch von etwa 600.000 Kilowattstunden im Jahr. Der monatlichen Abschlag dafür liege bei etwa 4000 Euro, sagt Kilburg. "Bei den Preisen, die wir im Moment haben, würde ich nächstes Jahr etwa bei 13.000 bis 15.000 Euro im Monat liegen", sagt sie.

Wie es 2023 weiter geht ist noch völlig offen

Und ob sie von ihrem aktuellen Gasversorger nächstes Jahr überhaupt Gas bekommt, ist derzeit noch völlig offen. Der Versorger sei im Moment noch nicht in der Lage, ihr ein Agebot zu machen, da er selber noch nicht wisse, ob er die Versorgung überhaupt garantieren könne, so Kilburg. Der Versorger hofft aber, dass sich das in den nächsten Wochen klärt.

Ursula Kilburg hat deshalb in der Zwischenzeit auch Angebote von großen Gaslieferanten außerhalb des Saarlandes eingeholt. Sie rechnet aber damit, dass die Preise dann dreimal so hoch sein werden wie aktuell. Preise, die sie dann zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben muss und ihre große Sorge ist, dass sie damit nicht mehr wettbewerbsfähig sein wird.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 09.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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