Grenzkotrolle zur Virenabwehr zwischen Luxemburg und Deutschland (Foto: picture alliance/ATP)

"Keine Grenze kann uns trennen"

SR 3   08.04.2020 | 08:44 Uhr

Der Kampf gegen das Corona-Virus ist auch eine Bewährungsprobe für die europäische Zusammenarbeit. Die beiden Co-Vorsitzenden der deutsch-französischen Parlamentarierversammlung Andreas Jung und Christoph Arend fordern nun in ihrem Appell "Gemeinsam gegen Corona" einen vereinten Kampf Europas - und speziell Deutschlands und Frankreichs - in der Corona-Pandemie.

Die Co-Vorsitzenden der deutsch-frz. Parlamentarierversammlung Andreas Jung und Christophe Arend haben einen gemeinsamen Appell an die europäischen Staats- und Regierungschefs gerichtet: Darin fordern sie eine deutsch-französische "Gesundheitsunion": Deutschland und Frankreich müssten jetzt eng zusammenstehen, mit gemeinsamen Pandemie-Strategien und eng vernetzten Gesundheitssystemen. Wie könnte das in unserer Region aussehen?

Christoph Arend, der Co-Vorsitzende der deutsch-französischen Parlamentarierversammlung und Abgeordneter der Nationalversammlung für die Partei "En Marche" in Forbach erklärt im Gespräch mit Michael Friemel, die deutsch-französische Parlamentarierversammlung fordere eine "Gesundheitsunion". Teilweise funktioniere die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor vor allem bei Herzinfakt-Patienten schon gut und darauf baue auch die aktuelle Forderung auf, sagt Christoph Arend. So werden französische Herzpatienten oft im Saarland behandelt. Damit es zu weiteren solchen Gemeinschaftsprojekten kommen kann, fordere die Parlamentarierversammlung ein einheitliches Arbeitsrecht, Arbeitslosengeld und Kurzarbeiterregelungen in beiden Ländern: "Wir sind eine deutsch-französische Gemeinde und keine Grenze kann uns trennen."

Grenzschließungen

"Keine Grenze kann uns trennen"
Audio [SR 3, (c) SR/Michael Friemel, 08.04.2020, Länge: 03:56 Min.]
"Keine Grenze kann uns trennen"

Gerade in der Coronakrise müsse betont werden, eine Grenzschließung sei für Arend unter keinen Umständen gut und aus seiner Sicht nicht hilfreich: "Das ist für mich, wie wenn man sagt, dass eine Wolke aus Tschernobyl an der Grenze stoppt." Die aktuelle Situation sei eine Art Crashtest für die internationale Zusammenarbeit. So hätte Italien mehr Masken aus Frankreich und Deutschland, als aus China bekommen, das sei ein Zeichen dafür, dass Europa die Krise gemeinsam meistern kann.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen " auf SR 3 Saarlandwelle am 08.04.02020 berichtet.

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