Interview (Foto: SR)

Wie die Saar-Politik zu repräsentativen Corona-Tests steht

Carolin Dylla   04.05.2020 | 16:03 Uhr

SPD und Linke im saarländischen Landtag haben ihre Forderung nach regelmäßigen repräsentativen Corona-Tests erneuert. Die CDU sieht momentan vor allem praktische Hürden, die AfD-Fraktion lehnt solche Tests grundsätzlich ab.

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Wie die Saar-Politik zu repräsentativen Corona-Tests steht
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 04.05.2020, Länge: 03:13 Min.]
Wie die Saar-Politik zu repräsentativen Corona-Tests steht

Aus Sicht von SPD-Fraktionschef Ulrich Commerçon wird man im Saarland um solche Tests nicht herumkommen, um Entscheidungen – auch über mögliche weitere Lockerungen – verantwortungsvoll zu treffen. Momentan sei das ein „Rumgestochere im Nebel“, weil eine verlässliche Datenbasis über die Ausbreitung des Virus im Saarland fehle. Die SPD fordert deshalb, 1000 repräsentativ ausgewählte Bürger regelmäßig auf eine Corona-Infektion zu testen.

Auch der Fraktionschef der Linken, Oskar Lafontaine, sprach sich in der Landespressekonferenz für solche Tests aus, um die aktuellen und weiteren politischen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie beurteilen zu können.

CDU sieht Schwierigkeiten, AfD dagegen

Der stellvertretende Fraktionschef der CDU, Bernd Wegner, ist solchen Tests gegenüber grundlegend aufgeschlossen, sieht aber vor allem praktische Schwierigkeiten – besonders mit Blick auf freie Test-Kapazitäten.

Die AfD-Fraktion dagegen lehnt den Vorschlag ab. Man müsse schlicht von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, was die Infektionszahlen betreffe, so Fraktionschef Josef Dörr. Es führe kein Weg daran vorbei, dass man auch ohne solche Tests zu einem „normalen Leben“ zurückzukehren müsse, sagte Dörr.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 04.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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