Flüchtlingskinder im Flüchtlingslager in Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien (Archivbild) (Foto: dpa)

"Wir können die Menschen nicht im Elend lassen"

Interview: Karin Mayer   23.12.2019 | 12:30 Uhr

Die Situation für Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos ist katastrophal. Das ist nicht neu und darauf haben verschiedene Institutionen seit langem hingewiesen. Das Flüchtlingslager ist mehrfach überbelegt. Tausende Menschen leben dort eingepfercht - darunter 4000 unbegleitete Kinder und Jugendliche. Sie sollten in einer humanitären Aktion nach Deutschland reisen dürfen, sagt Grünen-Chef Habeck. Maria Dussing-Schuberth vom saarländischen Flüchtlingsrat begrüßt den Vorstoß.

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Interview: "Wir können die Menschen nicht im Elend lassen"
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer, 23.12.2019, Länge: 02:26 Min.]
Interview: "Wir können die Menschen nicht im Elend lassen"
Interview mit Maria Dussing-Schuberth vom saarländischen Flüchtlingsrat.

Das Elend in den griechischen Flüchtlingslagern ist groß. Unter den dort gestrandeten Flüchtlingen sind auch viele Kinder und Jugendliche, allein, ohne Familie. Grünen-Chef Robert Habeck fordert, dass zumindest sie von dort nach Deutschland geholt werden. "Das ist eine sehr gute Idee", sagt dazu Maria Dussing-Schuberth vom saarländischen Flüchtlingsrat im SR-Interview. Wenn man immer nur rede und keine Taten folgen lasse, werde das irgendwann noch schlimmere Folgen haben.

Unterstützung für den Vorstoß von Habeck kommt auch von der Caritas. Es brauche jetzt mutige Zeichen der Humanität und Solidarität, sagt Caritas-Präsident Peter Neher. Was man zurzeit in den Flüchtlingslagern sehe sei inaktezptabel für einen zivilisierten Kontinent wie Europa.

Das zuständige Bundesinnenministerium beurteilt den Vorstoß anders. Es gehe vor allem um eine europäische Lösung, nicht um nationale Alleingänge.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 23.12.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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