„Projekt Neustart“: Vom Geflüchteten zum Unternehmer

Vom Geflüchteten zum Unternehmer

Simin Sadeghi   24.01.2019 | 16:30 Uhr

Vom Geflüchteten zum Unternehmer, das ist ein Traum für viele, die aus Krisengebieten nach Deutschland gekommen sind. Damit das funktioniert, braucht es nicht nur eine gute Idee, sondern auch Kenntnisse der deutschen Gesetze und Regelungen. Die Initiative „Projekt Neustart“ in Malstatt hilft den gründungswilligen Ausländern durch den Paragrafen-Dschungel. Mitte Januar haben zwölf neue Teilnehmer einen einjährigen Kurs "Wie gründe ich ein Unternehmen" begonnen.

Den syrischen, arabischen und brasilianischen Teilnehmern raucht der Kopf. Was ist noch mal eine juristische Person? Wie melde ich Angestellte an? Und brauche ich für mein Geschäft einen Meisterbrief? Fragen, die vermutlich nicht mal die meisten Deutschen beantworten könnten. Doch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer drücken gern die Schulbank. So wie der 24-jährige Amer Hanifeh aus Syrien, der seinen Traum von einem syrisch-vegetarischen Restaurant verwirklichen will. Damit das klappt, will er nichts dem Zufall überlassen. Und nicht nur er hat ganz konkrete Ziele: eine Teilnehmerin plant einen Schmuckhandel, ein anderer will Geschäfte einer großen saarländischen Wäschereikette übernehmen.

Das Projekt

Schon im zweiten Jahr bietet „Perspektive Neustart“ den Unternehmensgründungskurs für Ausländer an. Es ist eine Initiative von Fitt, einer Tochtergesellschaft der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft, gefördert von der Generali und der Schöpflin-Stiftung. Das Ziel ist: Die Teilnehmer sollen innerhalb eines Jahres fit gemacht werden für die Gründung eines Unternehmens. "Sie lernen an drei halben Tagen in der Woche alles das, was sie brauchen, um eine erfolgreiche Geschäftsidee zu entwickeln", sagt Stefanie Valcic-Manstein, die Projektleiterin.

"Second-Hand-Laden mit Stil und Qualität"

Existenzgründer Hussam Afour (Foto: SR/Simin Sadeghi)
Existenzgründer Hussam Afour (Foto: Simin Sadeghi)

Die Teilnehmer aus dem letzten Jahr haben fast alle schon ihr Unternehmen gegründet. Eine von ihnen ist Hussam Afour. Der 37-jährige Syrer hat in Dillingen sein Second-Hand-Geschäft „Wie neu“ eröffnet. "Second Handladen mit Stil und Qualität" - so sein Motto. Als Hussam vor drei Jahren mit seiner kleinen Tochter von Syrien nach Deutschland kam, wollte er erst in seinem alten Beruf als Anwalt arbeiten. Aber dafür hätte er nochmal studieren müssen. Andere Jobalternativen hatte er nicht und so hat er sich entschieden, ein eigenes Geschäft zu eröffnen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 24.01.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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