Biosphäre Bliesgau (Foto: Tourismus Zentrale Saarland)

Biosphärenreservat Bliesgau hat Nachholbedarf

Simin Sadeghi   09.01.2020 | 11:21 Uhr

Der Titel des Biosphärenreservates wird von der UNESCO vergeben. Alle zehn Jahre wird überprüft, ob die Kriterien dafür noch erfüllt werden. Der Evaluierungsbericht, nach dem die UNESCO entscheidet, ist nun fertig. Die Bewertung fiel im Prinzip gut aus, es gab aber Nachforderungen.

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Logo der UNESCO im Hauptquartier in Paris.
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 09.01.2020, Länge: 03:07 Min.]
Logo der UNESCO im Hauptquartier in Paris.

36 Hektar umfasst das Biosphärenreservat im Saarpfalz-Kreis und im Regionalverband Saarbrücken. Dazu gehören Zonen, in denen die Natur sich selbst überlassen wird. Es gehören aber auch Bauernhöfe und Städte wie Sankt Ingbert dazu.

Eine eigene Marke gworden

Diese Mischung kam vor zehn Jahren gut an. Inzwischen ist es beliebt bei Wanderern und Radfahrern. Auch regionale Händler vermarkten ihre Produkte unter diesem Titel.

Der Evaluierungsbericht, auf dessen Basis die Entscheidung getroffen wird, wurde nun im März 2019 vom saarländischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz an das deutsche MAB-Nationalkomitee übergeben. MAB ist die Abkürzung für „Man And Biosphere“. Das MAB-Nationalkomitee gab seinerseits seine Meinung ab und sandte den Bericht an die UNESCO in Paris weiter.

Mischung kommt weiterhin gut an

Der Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, Sebastian Thul, und der Verbandsvorsteher des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau, Landrat Dr. Theophil Gallo, haben am 9. Januar den Bericht und sowie die Stellungnahme des MAB-Nationalkomitees vorgestellt.

Ergebnis: Die Mischung überzeugt auch heute noch. Im Evaluierungsbericht heißt es, das Biosphärenreservat habe nach 10 Jahren eine gute Wiedererkennung und Akzeptanz in der Region. Es sei schon viel getan worden, aber noch laufe nicht alles rund.

Mehr Bio-Bauernhöfe gefordert

Gerade die Kernzonen müssten besser durch sogenannte Pufferzonen geschützt werden. Auch die geringe Zahl der Bio-Bauernhöfe wurde kritisiert. Daran soll schnellstmöglich gearbeitet werden, sagt der Geschäftsführer des Biosphärenreservates Mörsch. Man sei froh über die Anregungen. Das zeige, dass ein Biosphärenreservat in einem stetigen Entwicklungsprozess sei.

Positiv hervorgehoben wurde in dem Bericht die ökologische Vielfalt, und die große Zahl an regionalen Produkten. Theophil Gallo, Landrat vom Saar-Pfalz-Kreis, zeigt sich zuversichtlich, dass die UNESCO das Biosphärenreservat weiterhin als solches anerkennt. Die endgültige Entscheidung trifft die UNESCO bis Juni 2020.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 09.01.2020 berichtet.

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