EU Flaggen  (Foto: pixabay/Bru-nO)

"Offenbar lernt die EU wieder, was sie in einer Krise tun kann"

Korrespondentengespräch Michael Friemel / Michael Schneider   26.03.2020 | 06:53 Uhr

In der Coronakrise haben sich die EU-Staats- und Regierungschefs bereits zweimal per Video zusammengeschaltet. Am Donnerstag, dem 26. März kommt es zu einer weiteren Schalte. Wie viel Gemeinsamkeit erreichen die 27 Staaten?

SR-Brüsselkorrespondent Michael Schneider.
Audio [SR 3, Korrespondentengespräch Michael Friemel / Michael Schneider, 26.03.2020, Länge: 02:43 Min.]
SR-Brüsselkorrespondent Michael Schneider.

Vor einer Woche hätte Michael Schneider gesagt, die EU sieht aus wie ein Scherbenhaufen. Jetzt, so Schneider, scheint sich doch wieder Leben zu regen. Nicht nur, weil die Institutionen lernen, sich per Video-Konferenz zusammenzuschalten und abzustimmen. Nach dem Chaos der vergangenen Wochen scheint es langsamt doch wieder die Bereitschaft zu geben, zusammen zu arbeiten.

Als Beispiel nennt Michael Schneider die so genannten "Green Lanes", die Schnellspuren für Warenlieferungen auf den Autobahnen an den Grenzen. Außerdem die gemeinsame Beschaffung und Verwaltung von medizinischem Equipment.

Der Stabilitätsmechanismus für den Euro ist gelockert worden. Für die angeschlagene Wirtschaft wurden in mehreren Länern Millionenpakete auf den Weg gebracht. Die Frage heute werde sein, sagt Michael Schneider: Braucht es noch mehr? Im Gespräch seien wieder die Eurobonds, gemeinsame Anleihen aller Länder. Das bedeutet, die Länder nehmen gemeinsam Schulden auf und haften auch gemeinsam dafür. Während der Eurokrise kam das besonders bei den Deutschen nicht gut an. Andere Länder fordern das aber nun wieder.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 26.03.2020 berichtet.

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