Erkältung auf der Arbeit (Foto: pixabay)

Mit Erkältung auf der Arbeit

Karin Mayer; Onlinefassung: Laszlo Mura   12.10.2020 | 09:57 Uhr

Es kratzt im Hals, man fühlt sich schlapp und die Nase läuft – eigentlich normal, es ist Oktober und die Erkältungszeit hat begonnen. Aber in Zeiten von Corona ist das anders: da ist schon ein leichter Schnupfen ein Alarmzeichen. Karin Mayer aus der SR-Wirtschaftsredaktion weiß, wie die Unternehmen im Saarland damit umgehen.

Wie geht die Industrie jetzt mit Beschäftigten um, die erkältet sind?

Erkältung auf der Arbeit
[SR 3, Karin Mayer, 12.10.2020, Länge: 02:58 Min.]
Erkältung auf der Arbeit

Bei Ford in Saarlouis zum Beispiel gibt es schon seit Mai vor jeder Schicht für jeden Mitarbeiter eine Gesundheitsbefragung und Temperaturmessung. Seit kurzem wird auch nach Erkältungsymptomen gefragt, sagt der Betriebsratsvorsitzende Markus Thal: "Wenn diese Frage dann zunächst mit "Ja" beantwortet wird, dann kann der Mitarbeiter zunächst nicht die Arbeit aufnehmen. Er muss erst seinen Arzt aufsuchen und abklären lassen, ob er so ins Werk zur Arbeit kann."

Täglich fehlen zurzeit ca. 100 Mitarbeiter. Das kostet natürlich enorm viel Geld, soll aber einen Lockdown verhindern, der natürlich noch viel teuerer wäre. Die IG Metall sagt deswegen, solche Regelungen müssten zurzeit überall in der Industrie gelten. Auch andere Unternehmen reagieren, bei ZF wird Grippeschutzimpfung angeboten, bei Kratzen im Hals solle man zum Betriebsarzt gehen. Wenn es nur eine Erkältung ist, braucht der Mitarbeiter dafür eine Bescheinigung. Mit dem Vorgesetzten kann er dann abklären, ob und wann er wieder zur Arbeit kommen kann.

Wie sieht das im Handwerk aus?

Die Monteure tragen beim Kunden eine Maske, der Heizungsmonteur beispielsweise kann zusätzlich Abstand halten. Das wird beim Friseur deutlich schwieriger. Maske tragen ist Pflicht, aber Abstand halten unmöglich. Der Innungsmeister der Friseure im Saarland Mike Ulrich sagt: "Von der Berufsgenossenschaft wurde uns gesagt, wir sollen keine Kunden behandeln, die Symptome zeigen, vorallem kein Fieber. Bei leichten Erkältungen muss man die Situation individuell einschätzen. Mit starker Erkältung würde ich ihn nicht behandeln."

Wegen Corona sind ja auch viele ins Homeoffice umgezogen. Wird das jetzt wieder wichtiger?

Banken, Versicherungen und die IT-Branche sagen, sie hätten das noch gar nicht geändert, dass viele ihrer Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten. Sie setzten natürlich nochmal stärker auf diese Karte. In der IT-Branche ist das ja auch deutlich leichter. Bei Meta-Level in Saarbrücken sei das jetzt wieder die Devise, sagt Peter Raber: "Die Leute können, wenn sie sich nicht wohl fühlen oder aus sonstigen Gründen nicht herkommen möchten, gerne von zu Hause aus arbeiten. Als IT-Unternehmen ist das ja auch in der Regel kein so großes Problem, weil man dann auch die Arbeit von extern erledigen kann."

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 12.10.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja