Glasfaserkabel (Foto: Daniel Reinhardt/dpa)

Saar-Unternehmen eröffnen gemeinsame Denkfabrik

Axel Wagner / Mit Informationen von Stephan Deppen   24.01.2020 | 14:33 Uhr

Das East Side Fab beschreitet neue Wege der Innovationsförderung: In neuen Räumen im Gewerbegebiet Eschberger Weg in Saarbrücken bietet der Verein seinen Mitgliedern die Möglichkeit, neue Lösungsansätze für Produktion oder Digitalisierung zu erforschen und umzusetzen.

Zu den Gründungsmitgliedern von East Side Fab gehören unter anderem Ford, Hager, OBG, Villeroy & Boch sowie Zenner. Verschiedene Produkte, Märkte und Lösungen – für die Zukunft aber wollen hier alle gemeinsam Innovation betreiben. "Dort kann man sich treffen, neue Ideen kreieren und auch mal ausprobieren", erklärt Johannes Hauck, Vereinsvorsitzender und bei Hager zuständig für Strategie und Entwicklung.

"Labor" am Eschberger Weg

East Side Fab beschreitet neue Wege
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 24.01.2020, Länge: 03:44 Min.]
East Side Fab beschreitet neue Wege

Attraktive Arbeitsplätze, Rekrutierung neuer Mitarbeiter und Herausforderungen durch die zunehmende Digitalisierung – die gemeinsame Suche nach Lösungen soll im neuen "Labor" am Eschberger Weg gelingen. Dazu müssen nach Ansicht von Professor Christian Köhler von der Hochschule für Technik und Wirtschaft drei Bedingungen erfüllt sein: "Wir wissen, dass die besten Ideen im Regelfall außerhalb der Arbeitsstätte entstehen. Deswegen ist es ganz wichtig, einen Ort wie das East Side Lab zu haben.“ Des Weiteren brauche es interdisziplinäre Teams, die zusammenarbeiten können, und einen Prozess, der diese Zusammenarbeit strukturiert. "Dann kann so etwas gelingen.“

"Design Thinking" nennt Köhler die Herangehensweise, bis hin zur konkreten Umsetzung im kleinen Maßstab. "Ungefähr die Hälfte der Zeit wird aufgewandt, um letztendlich ein Problemverständnis zu erzeugen, basierend auf diesem Prozess dann mit modernen Kreativitätsmethoden tolle Ideen zu generieren und diese auch sehr schnell prototypisch umzusetzen." Deswegen sei es wichtig, in solch einer Umgebung auch anzupacken, Ideen umzusetzen und zu testen.

Viele Hürden zu überwinden

Die Digitalisierung beispielsweise ist für alle Unternehmen eine große Herausforderung, mentale und technische Hürden sind dabei zu überwinden. Und manchmal führen Wege zum selben Ziel.

"Das kann man alleine machen, aber auch gemeinsam“, so Johannes Hauck. "Natürlich hat jeder seine eigene Facette, sein eigenes Problem, aber Digitalisierung ist auch horizontal, betrifft alle Firmen. Und deswegen kann man auch gemeinsam an diesen Themen arbeiten."

Gemeinsam in den Vereinsräumen mit modernster Technik soll das geschehen: Interdisziplinärer Erfahrungsaustausch, gemeinsame Lösungsansätze und deren Verwertung stehen auf der Habenseite. Umgekehrt müssen sich Unternehmen aber auch bis zu einem gewissen Punkt den Partnern öffnen.

Einmaliger Ansatz

Dieser Ansatz ist so bisher einmalig im Saarland. Und deshalb gebe es die ersten Jahre auch großzügige Unterstützung durch das Land, wie Staatssekretär Jürgen Barke (SPD) betont. Das Land habe diesen Raum auf Initiative der Wirtschaft hin mit geschaffen. "Wir fördern jetzt auch den Verein innerhalb der nächsten Jahre mit einer Gesamtsumme von bis zu 3,1 Millionen, damit das am Ende dann auf stabilen Füßen steht und aus der Wirtschaft heraus alleine getragen werden kann."

Die Ziele sind für Johannes Hauck hoch gesteckt: Das East Side Fab könne zu einem spannenden Ort werden, das in fünf oder zehn Jahren sogar Leute hierher locke. Mit dem Tag der Eröffnung ist die Innovationsplattform der Unternehmen eröffnet – jetzt gilt es, sie auch zu nutzen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Mittag vom 24.01.2020 berichtet.

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