Elektrofahrzeug (Foto: dpa/Marijan Murat)

Experte: "E-Autos erhöhen die CO2-Emissionen"

  10.01.2019 | 07:04 Uhr

Elektroautos gelten als besonders umweltfreundlich, weil sie keine CO2-Emissionen ausstoßen. Das Heidelberger Umwelt- und Prognose-Institut (UPI) sieht das ganz anders. Institutsleiter Dieter Teufel ist sogar überzeugt: "Jedes gekaufte Elektroauto erhöht die CO-Emissionen".

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Bei den Elektrofahrzeugen kommen die Emissionen aus den Kraftwerken (Foto: pixabay / stux)
Audio [SR 3, Interview: Katja Preissner, 10.01.2019, Länge: 03:00 Min.]
Bei den Elektrofahrzeugen kommen die Emissionen aus den Kraftwerken (Foto: pixabay / stux)
Der vergangene trockene Sommer hat viele aufgerüttelt in Sachen Klimaschutz und zugleich dem Thema Elektromobilität Auftrieb gegeben. Denn das E-Auto gilt als gute Tat in Sachen Klimaschutz. Aber zu Recht? Darüber hat SR-Moderatorin Katja Preissner mit dem Biologen und Systemanalytiker Dieter Teufel, gesprochen. Er ist der Leiter des Umwelt- und Prognose-Instituts UPI in Heidelberg, ein gemeinnütziges Forschungsinstitut.

Längst hat die Bundesregierung erkannt, dass sie ihre bis 2020 gesteckten Klimaziele verfehlen wird. Einer der Gründe: Der starke CO2-Ausstoß der Autos. In der Zukunft legt die Automobilwirtschaft daher ihren Fokus verstärkt auf Elektroautos, die als sogenannte Null-Emissions-Fahrzeuge gelten.

"Jedes E-Auto erhöht die CO2-Emissionen"

Der Leiter des Heidelberger Umwelt- und Prognose-Instituts (UPI), Dieter Teufel, trübt nun diese Aussichten des CO2-freien E-Autos. Seiner Meinung nach verursachen sie sogar einen deutlich höheren Ausstoß von Kohlenstoffdioxid. "Die Emissionen liegen nicht beim E-Auto selbst, sondern die kommen aus den Kraftwerken, da wo der Strom erzeugt wird", sagte Teufel im SR 3-Interview. Bei den E-Autos werde nicht gezählt, was aus dem Auspuff rauskomme. Und die Emissionen aus den Kraftwerken würden vernachlässigt. "Und das bedeutet, dass heute und in den nächsten Jahren jedes gekaufte Elektroauto die CO2-Emissionen nicht vermindert, sondern sogar erhöht."

Was also tun? Teufel empfiehlt, beim Kauf eines Neuwagens darauf zu achten, welche Modelle besonders sparsam sind. "Außerdem kann man überlegen, ob man jede Fahrt mit dem Auto auch wirklich machen muss. Und bei längeren Strecken oder in der Stadt könnte man die Bahn oder den Bus benutzen." Zudem sollte die Politik die Weichen in den Städten dafür stellen, dass besonders umweltschonende Verkehrsmittel gefördert würden.

Weitere Informationen

Eine Untersuchung des UPI:
www.upi-institut.de

Saarländischer KFZ-Verband trotzdem optimistisch

Auch der saarländische KFZ-Verband sieht bei den E-Autos das Problem der Kohleverstromung. Elektromobilität mache aber nur dann Sinn, wenn ausreichend Strom aus Wind- und Sonnenenergie zur Verfügung stünden, sagte Geschäftsführer Niklas Burmester. Zudem seien die Fahrzeuge aktuell teuer und nicht wirklich nachhaltig. Außerdem gebe es nur wenige Modelle. Dies sei aber eine Momentaufnahme. Viele Autohersteller hätten bereits neue Elektro-Modelle angekündigt.

Alternative Brennstoffzelle

Eine Alternative zum E-Auto ist laut Burmester die Brennstoffzelle. Sie komme ohne seltene Erden aus und auch ohne aufwändige Batterieproduktion. Im vergangenen Jahr wurden im Saarland 328 Elektroautos gefördert. Der Anteil der E-Autos in der Region liegt unter dem Bundesdurchschnitt.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 10.01.2019 berichtet.

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