Ein KFZ-Mitarbeiter untersucht ein Dieselfahrzeug. (Foto: dpa)

"Halb in die richtige Richtung"

Interview: Professor Ferdinand Dudenhöffer   18.09.2018 | 08:55 Uhr

Vor drei Jahren wurde der Diesel-Betrug öffentlich! Da wurde bekannt, dass viele Diesel viel dreckiger sind als offiziell angegeben und dass bei Tests betrogen wurde. So richtig viel hat sich seitdem nicht getan. Obwohl: Der Bundesverkehrsminister will diese Woche einen Plan vorstellen, wie es für die Dieselbesitzer weitergehen soll. Und zu sogenannten Hardware-Umrüstungen am Auto sagt er zumindest nicht mehr kategorisch NEIN.

"Bisher zeigen die Äußerungen von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wenig Substanz", sagt der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer von der TU Duisburg. Zudem hätte es viel zu lange gedauert, bis das Problem ernsthaft angegangen wurde. Allerdings hätten die Autokonzerne dazu gelernt. Zum Beispiel, dass sie Fahrzeuge nicht für den Prüfstand sondern für die reale Straße bauen müssen.

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"Halb in die richtige Richtung"
"Halb in die richtige Richtung"
SR 3-Moderator Frank Hofmann hat mit dem Autoexperten Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen gesprochen.


Dieselskandal: Die Auswirkungen auf die Branche im Saarland


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Studiogespräch: "Der Fahrzeugbau steht vor großen Veränderungen"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Karin Mayer/Nadine Thielen, 18.09.2018, Länge: 02:47 Min.]
Studiogespräch: "Der Fahrzeugbau steht vor großen Veränderungen"
Drei Jahre Dieselskandal - wie sind die Auswirkungen auf die Branche im Saarland? Dazu im Studiogespräch: SR-Wirtschaftsredakteurin Karin Mayer.

Alternative Antriebe werden wichtiger

In diesem Jahr würden 120.000 Hybrid-Getriebe im ZF-Werk Saarbrücken gefertigt - 50 Prozent mehr als im Vorjahr, so ein ZF-Sprecher. Der Anteil an der Produktion von rund 2,5 Millionen Getrieben im Jahr bleibt damit aber nach wie vor niedrig.

Pascal Stobel von Automotive Saarland weist darauf hin, dass Elektroautos bei der Kfz-Steuer begünstigt werden. Das spürten die Autokäufer direkt im Geldbeutel. Aus seiner Sicht sei die steuerliche Regelung für die steigende Nachfrage nach Hybrid-Fahrzeugen entscheidend. Er bestätigt aber, dass Zulieferer in der Region in alternative Antriebe investieren. Allerdings geschehe das aus wirtschaftlichen Gründen und sei keine Folge des Dieselskandals. Der Diesel verliere derzeit Marktanteile infolge des Abgasskandals - das sei aber eine Folge des Vertrauensverlustes. Technologisch sei das nicht zu begründen.

Karin Mayer

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" und der "Region am Mittag" am 18.09.18 berichtet.

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