Wenn digitales Arbeiten am Netz scheitert

Wenn digitales Arbeiten am Netz scheitert

Audio [SR 3, Sarah Sassou, 28.05.2020, Länge: 03:14 Min.]

Sarah Sassou   28.05.2020 | 12:30 Uhr

Mittlerweile sind 95 Prozent des Saarlandes mit Bandbreiten um die 50 Mbits/s versorgt. Aber es gibt immer noch Orte, wo es kein schnelles Internet gibt. Bei der privaten Nutzung ist das ärgerlich, für Firmen richtig problematisch.

Sandra Silvanus-Friedrich ist Chefin eines Handwerksbetriebs in Rehlingen Siersburg. Sie engagiert sich auch im örtlichen Gewerbe- und Handelsverein und da geht es oft um ein Thema: Während das schnelle Internet in Rehlingen prima funktioniert, haben Unternehmer wie sie im Nachbarort Siersburg Probleme. Große Datenmengen verschicken oder empfangen ist schwierig. Mehr als zwei Mitarbeiter hätte man bei der unzureichenden Bandbreite gar nicht ins Homeoffice schicken können, sagt Sandra Silvanus-Friedrich.

Auch Rodolphe Hedouin hat sich den Kopf schon zerbrochen, wie seine Firma WPK Nutzfahrzeugteile in der digitalen Arbeitswelt mithalten kann. Ein Umzug kommt nicht in Frage, weil in Siersburg erst eine Lagerhalle und Büros neu gebaut wurden. Zudem hatte man sich im digitalen Bereich neu organisiert und u. a. mit Cloud-Lösungen ausgestattet in dem sicheren Glauben, dass es einen Zugang zum schnellen Internet geben werde.

Versorgung mit 50 Mbits/s- bei knapp 95 Prozent

Breitbandausbau unterschiedlich weit vorangeschritten
Audio [SR 3, (c) SR/Sarah Sassou, 28.05.2020, Länge: 04:08 Min.]
Breitbandausbau unterschiedlich weit vorangeschritten
Seit 2015 ist im Saarland mit diesen Breitbandausbau begonnen worden, 2018 sollte er abgeschlossen sein. Wie weit der vorangeschritten ist darüber spricht SR-Reporterin Sarah Sassou mit SR-Moderator Michael Friemel.

Im Prinzip stehe das Saarland in Sachen schnelles Internet gar nicht schlecht da, sagt Stephan Thul vom Zweckverband Ego Saar - von Seiten der Staatskanzlei zuständig für den Breitbandausbau im Saarland. Das Saarland liege im bundesweiten Ranking ganz vorne, sagt er. Bei knapp 95 Prozent aller Haushalte sei eine Versorgung von 50 Mbits/s sichergestellt. Thul räumt aber ein: "Wir haben noch graue Flecken (...) die sich bisher finanziell noch nicht realisieren ließen, aber auch da sind wir dran."

Den Ausbau selbst übernehmen private Kommunikationsdienstleister. Sie schließen Kommunen ans Glasfasernetz an, von Verteilerpunkten in den Orten aus wird dann das schnelle Internet in die Privathaushalte und Firmen gebracht. Dort, wo sich der Ausbau für die Kommunikationsdienstleister nicht lohnt, springt das Land ein. Aber eben nur für die Grundversorgung von 50 Mbits/s.

Breitbandausbau im Saarland
www.breitband-saarland.de

Das genügt für einige Unternehmen aber nicht. "Wir bringen die flächendeckende Anbindung hin", sagt Thule. Für mehr müssten die Unternehmen selbst sorgen. Sandra Silvanus-Friedrich und Rodolphe Hedouin ist schon klar, dass man ihnen nicht alles auf dem Silbertablett serviert. Die Telekom hat schon zugesagt, in Siersburg für schnelleres Internet zu sorgen. Die Frage ist nur: Wann und zu welchem Preis?

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 28.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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