Pingusson-Bau (Foto: SR)

Rheinischer Verein will sich im Saarland etablieren

Axel Wagner / Mit Informationen von Patrick Wiermer   01.07.2019 | 16:11 Uhr

Rund 6000 Denkmäler gibt es derzeit im Saarland – und es könnten in Zukunft noch mehr werden: Dafür will sich der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz einsetzen, mit einem eigenen Landesverband. Am Wochenende wurde auf dem Halberg eine Kooperation mit dem saarländischen Kulturministerium unterzeichnet.

Christoph Zöpel, ehemaliger SPD-Bundesminister unter Gerhard Schröder (SPD) und heutiger Vorsitzender des Vereins, betonte die Wichtigkeit des Vereins beim Erhalt historischer Bauten. Der Verein kümmert sich vor allem um das Kulturerbe Preußens. Dazu gehört auch das nördliche Saarland.

Kooperation mit dem Kulturministerium

Denkmalpflege-Verein will sich engagieren
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 01.07.2019, Länge: 03:10 Min.]
Denkmalpflege-Verein will sich engagieren

Dort soll das Engagement nun verstärkt werden. Die Kooperationsvereinbarung soll die Zusammenarbeit zwischen dem Verein und dem Kulturministerium verbessern. Ziel ist die Gründung eines eigenen Regionalverbandes für das Saarland im September. „Der Rheinische Verein hat natürlich viel Fachkompetenz“, sagt Kulturminister Ulrich Commerçon (SPD). „Er weiß sehr viel von der Altertumspflege bis hin zur Industriedenkmalpflege, kann uns da auch sicherlich gute Kontakte vermitteln und auch die wissenschaftliche Perspektive stärker vermitteln, als wir das bisher hatten.“

Konkret wird das am Beispiel der Ehrenamtlichen. Für die will der Verein Fortbildungsmaßnahmen organisieren. Der Verein hofft vor allem, im Saarland stärker Fuß fassen zu können. Er will helfen, Denkmäler zu erfassen und zu erschließen. Das soll auch durch Kooperationen mit örtlichen Vereinen erfolgen.

Kampf für Pingussonbau?

Ob es bei der Kooperation schon um konkrete Projekte geht, etwa die ehemalige französische Botschaft in Saarbrücken, eine von Commerçons Lieblingsbaustellen, darüber schweigt sich der Verein noch aus. In seiner Rede warb der Minister bei den Mitgliedern des Rheinischen Vereins jedenfalls stark für den Erhalt des Pingusson-Baus. „Es ist manchmal schwierig, in der Öffentlichkeit zu vermitteln, warum ein Denkmal, das vielleicht auf den ersten Blick gar nicht so besonders hübsch aussieht, schützenswert ist.“ Hier könne der Verein als unabhängiger Mitstreiter helfen.

60 der rund 3500 Mitglieder des Vereins stammen aus dem Saarland. Mit dem neuen Regionalverband sollen es noch deutlich mehr werden. Und dann wird sich auch zeigen, von welchen Denkmälern wir in Zukunft mehr hören werden.

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Nachmittag vom 01.07.2019 berichtet.

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