Dauerbaustelle Ludwigspark

Streit über die Rasenheizung und neue Wasserschäden

Frank Grundhever   19.01.2021 | 16:15 Uhr

Nicht nur der Zustand des Rasens ist diskussionswürdig, auch die Fertigstellung der Rasenheizung im Saarbrücker Fußballstadion stockt. Und jetzt gibt es auch noch Wasserschäden in Funktions- und Nebengebäuden.

Es ist eine der Großbaustellen im Saarland. Und wie auf jeder anderen Baustelle wird während des Baus und vor allem danach natürlich über die entstandenen Baumängel gestritten. In diesem Fall immer per zwischengeschalteter Öffentlichkeit - schließlich geht es um Saarbrücken Fußballstadion, den Ludwigspark.

Problem Rasenheizung

Entwässerungsprobleme
Belüftungsgerät soll Rasen im Ludwigspark trockenlegen
Ab Dienstag soll mit einem Bodenbelüftungs- und Injektionsgerät der Rasen im Saarbrücker Ludwigsparkstadion trockengelegt werden. Die Landeshauptstadt hofft, dass so die Wasserpfützen ablaufen, die sich immer wieder auf dem Spielfeld nahe des Mittelkreises bilden. Ob der 1. FC Saarbrücken angesichts der aktuellen Witterung sein nächstes Heimspiel austragen kann, ist allerdings offen.

Am 19. Januar war Lokaltermin mit dem Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt. "Ich melde mich zurück hier im Ludwigspark als Oberbürgermeister und als der, der die Hauptverantwortung hier trägt", so Conrad. Und zurzeit trägt er schwer an der Verantwortung. Die Rasenheizung läuft nicht - und das, obwohl nur noch ein paar Anschlüsse zu legen sind.

Rechtsstreitigkeiten zwischen der Stadt und der Rasenbau- und der Rasenheizungsbaufirma sind der Grund, warum es nicht voran geht. Und einfach eine andere Firma zu beauftragen, sei nicht möglich, sagt Conrad. Nicht zuletzt, weil das entsprechende Detailwissen fehlen würde. Das sei deshalb ein zu großes Risiko und deshalb müsse man sich mit der bisherigen Firma einigen - gegebenenfalls auch mit dem Nachunternehmer. "Wir sind in Verhandlungen und ich glaube, dass wir auch zu einem Ziel kommen werden", so Conradt.

Doch bis es soweit ist, könnte es dauern, denn die Firma, die die Rasenheizung verlegt hat, weigert sich, die restlichen Anschlüsse zu montieren. Sie beruft sich offenbar auf den Rechtsstreit, den die Stadt mit dem Hauptauftragnehmer führt. Dieser Hauptauftragnehmer ist der Rasenbauer, der wiederum den Rasenheizungsbauer beauftragt hat. Der Rasenbauer pocht auf Zahlungen, die die Stadt nicht bereit ist zu leisten, da aus ihrer Sicht Einbaufehler begangen wurden.

Im Wissen, dass auch die Stadt in der Vergangenheit grobe Planungsfehler begangen hat, appelliert der Oberbürgermeister jetzt an die Vernunft.

Neue Probleme und noch mehr Kosten

Doch nicht nur der Rasen bereitet Probleme, auch Wasserschäden in Funktions- und Nebengebäuden gilt es zu beseitigen. Alles in allem könnte die Baustelle erneut mehr Geld verschlingen als geplant. Die Baustelle Ludwigspark - sie bleibt also eher schwierig. Trotzdem gibt sich Conradt optimistisch, dass schon recht bald zumindest auf einem grünen Rasen gespielt werden kann.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 19.012021 auf SR 3 Saarlandwelle

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