Motto Corona Coronavirus (Foto: 1583502795_20200306145303_Motto_Corona_Virus_2020_4.jpg)

Täglich verlässlich über Corona informiert

Kollegengespräch Michael Friemel / Janek Böffel  

Die Flut an Informationen über die Corona-Pandemie reißt nicht ab. Kaum einer blickt noch durch. Was sind Fake News, was wurde falsch verstanden, worauf kann man sich eigentlich noch verlassen? Darum gibt es jetzt ein tägliches Update über die wichtigsten Entwicklungen in der Welt und auch im Saarland.

Dienstag, 23. März

Die aktuellen Zahlen

Am Montagnachmittag (Stand: 15.00 Uhr) waren im Saarland laut Gesundheitsministerium 383 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Kurze Info, aber wichtige Info zu dieser Zahl: Das Gesundheitsministerium gibt die Infektionszahl für das Saarland einmal am Tag raus - aktuell immer um 15 Uhr. Auf diese Zahl berufen wir uns in unserer Berichterstattung im SR. Wir fragen keine Gesundheitsämter in den Kreisen gesondert ab, um die Ämter nicht noch zusätzlich in dieser Zeit mit Anfragen zu belasten.

Deutschlandweit sind heute (Stand: Dienstag 7 Uhr) nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 29.056 Menschen infiziert.

Und es gibt auch eine kleine positive Nachricht in Bezug auf die Zahlen. Der erste im Saarland festgestellte Corona-Patient, ein Oberarzt an der Homburger Uni-Klinik ist wieder gesund. Der saarländische Patient Nr. 1 ist geheilt.

Was tut sich im Saarland?

Die Europäische Zusammenarbeit in der Corona-Krise funktioniert noch. Das haben Frankreich und das Saarland gestern bewiesen. Die ersten drei Corona-Patienten aus Grand Est sind gestern im Saarland angekommen. Zwei weitere sollen per Heli aus Metz kommen. Alle fünf werden in der Uni-Klinik behandelt, weil in Grand-Est die Intensivbetten ausgehen.

Nach den verschärften Grenzkontrollen ein kleines aber wichtiges Signal, dass die deutsch-französische Freundschaft im Saarland weiter gelebt wird und die Hilfe zwischen den europäischen Partnern grade hier in der Grenzregion trotz hochgezogener Grenzen weiter funktionieren kann.

Wesentlich weniger erfreulich - im Saarland werden die Schutzausrüstungen für medizinisches Personal knapp. Die Bundesregierung hatte eine große Lieferung versprochen und die Kassenärztliche Vereinigung auch ordentlich bestellt: 30.000 Sets insgesamt. Ein Set besteht aus je einem Schutzanzug, vier Masken und einer Schutzbrille. Statt 30.000 sind aber nur 170 angekommen. Der Kommentar von KV-Chef Gunter Hauptmann: „lächerlich.“

Außerdem hat die Landesregierung einen Messenger-Dienst eingerichtet, über den die Saarländern ihre Fragen rund um Corona, Ausgangsbeschränkungen etc stellen können. Auch Fake-News rund um Corona kann man dort melden. Der Chat funktioniert über den Messenger von Facebook oder die beiden Dienste Telegram und Notify. Bei Telegram und Notify muss man nach dem Kanal Corona Newsroom suchen. Bei Facebook eine Nachricht an die Seite Facebook-Seite saarland.de schreiben.

Die Bundesregierung hat ein Hilfspaket zusammengestellt, was ist da drin?

Da stecken jede Menge Finanzhilfen drin: Für kleine Unternehmen, Selbstständige und Kulturschaffende gibt’s für drei Monate zwischen 9000 und 15.000 Euro ohne großen bürokratischen Aufwand.

Mitllere und große Firmen können auf ein unbegrenztes Kreditprogramm der staatlichen Förderbank KfW zurückgreifen. Es soll einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds geben, der mehrere 100 Milliarden schwer sein soll. Außerdem sollen große Unternehmen verstaatlicht werden können, um sie vor der Pleite zu retten. Nach der Krise steigt der Staat dann wieder aus. Außerdem können Steuern später gezahlt werden und es gibt Kurzarbeitergeld.

Mietern darf nicht gekündigt werden, wenn sie nicht zahlen können. Das soll für den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. September 2020 gelten. Auch da solls keine große Bürokratie geben. Zahlen muss man die Miete aber irgendwann trotzdem.

Und bei Anträgen auf Hartz IV sollen Vermögensprüfung und die Höhe der Wohnungsmiete für ein halbes Jahr wegfallen. Familien, denen durch die Corona-Pandemie Einkommen fehlt, sollen einfacher an den Kinderzuschlag kommen: Da wird dann nicht mehr das Einkommen vom letzten halben Jahr geprüft, sondern nur vom letzten Monat.

Alles zusammen wird nicht günstig. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet insgesamt mit einer Neuverschuldung von rund 156 Milliarden Euro. Das sind gut 100 Milliarden mehr als die Schuldenbremse, die im Grundgesetz verankert ist, überhaupt zulässt. Aber eine Notfallregel für solche „Krisen“ lässt es zu, dass die Bremse außer Kraft gesetzt wird.


Audio

SR-Landespolitik-Reporter Janek Böffel.
Audio [SR 3, Kollegengespräch Michael Friemel / Janek Böffel, 20.03.2020, Länge: 03:18 Min.]
SR-Landespolitik-Reporter Janek Böffel.


In der Corona-Krise täglich informiert
"Jetzt gibt es einen Messenger-Dienst der Landesregierung"
Die Landesregierung hat einen Antwortdienst über die Social Media eingerichtet. Da können die Saarländer ihre Fragen loswerden und auch Fake News melden. Der Chat funktioniert über den Facebook-Dienst Messenger, bei Telegram und Notify muss man nach dem "Corona-Newsroom" suchen.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 20.03.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja