Täglich verlässlich über Corona informiert

Kollegengespräch Michael Friemel / Janek Böffel  

Die Flut an Informationen über die Corona-Pandemie reißt nicht ab. Kaum einer blickt noch durch. Was sind Fake News, was wurde falsch verstanden, worauf kann man sich eigentlich noch verlassen? Darum gibt es jetzt ein tägliches Update über die wichtigsten Entwicklungen in der Welt und auch im Saarland.

Samstag, 28. März


Die aktuelle Lage

614 Menschen sind als bestätigte Corona-Fälle im Saarland dem Gesundheitsministerium aktuell bekannt. Das sind 74 Patienten mehr als noch gestern.

Auch die Zahl der verstorbenen Covid-19-Patienten ist im Saarland gestiegen. Gestern hat das Gesundheitsministerium mitgeteilt, dass drei ältere Menschen mit Vorerkrankungen an Corona gestorben sind. Damit steigt die Zahl der tödlich verlaufenen Corona-Fälle im Saarland auf insgesamt 6.

Was war in dieser Woche wichtig?

Anfang der Woche hat die saarländische Landesregierung einen Aufreger unter Eltern aus dem Weg geräumt – die KITA-Gebühren. Denn KITAS und Schulen sind zwar aktuell geschlossen und die Kinder damit zuhause bei ihren Eltern, die sich um sie kümmern müssen, die Gebühren wurden aber trotzdem fällig. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Eine Übergangsregelung sieht vor, dass Eltern, die durch die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten kommen oder die Gebühren nicht zahlen möchten, das nicht tun müssen. Das Land übernimmt in diesen Fällen die Kosten.

Aus dem Weg geräumt wurde auch eine Regelung in den Ausgangsbeschränkungen, die vor reichlich Verwirrungen gesorgt hatte. Die Regel, wie viele Leute draußen zusammen Sport treiben dürfen. In der ursprünglichen Verfügung war von bis zu 5 Menschen die Rede, so lange sie keine Gruppe bilden. Das passte nicht ganz zusammen mit den ansonsten sehr strengen Verhaltensregeln, die draußen nur zwei Menschen zusammen erlauben. Deshalb hat die Landesregierung am Dienstag nachgebessert. Große Sportgruppen sind verboten. Jetzt gilt auch beim Sport: maximal zwei Personen – solange sie nicht in einem Haushalt leben.

Hilfen für die Wirtschaft und die Medizin

Nachbesserungen gabs dann auch beim Soforthilfeprogramm des saarländischen Wirtschaftsministeriums. Die erste Version des Antragsformulars hatte für Ärger bei vielen Kleinunternehmern gesorgt. Die sollten darin bestätigen, dass sie bereits einen Kredit bei ihrer Bank und eine Steuerstundung bei ihrem Finanzamt beantragt hatten. Nicht wenige gingen deshalb davon aus, dass erst nach diesen Schritten die Gelder aus dem Soforthilfeprogramm zur Verfügung stehen würden. SPD-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger stellte im SR-Fernsehen am Donnerstagabend dann klar: die Punkte sind lediglich Empfehlungen und keine Voraussetzungen. Die finanziellen Soforthilfen bekomme jeder, der sie jetzt brauche, auch ohne Kredite von der Bank oder Steuerstundungen. Die ersten Auszahlungen sollen am kommenden Montag auf den Konten ankommen, versprach Rehlinger.

Hand angelegt wurde in dieser Woche auch an die medizinische Infrastruktur im Saarland. Sechs Hallen sollen über das Saarland verteilt zu sogenannten Versorgungszentren werden. Die sollen zum Einsatz kommen, wenn die saarländischen Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen kommen sollten – sind also eine reine Vorsichtsmaßnahme. Allerdings nicht in Form von Lazaretten für schwer erkrankte Covid-19-Fälle, betonen Gesundheits- und Innenministerium. In den Hallen sollen bei Bedarf Menschen mit leichten Krankheitsverläufen versorgt und behandelt werden, um die Kapazitäten in den Krankenhäusern den wirklich schweren Fällen zur Verfügung stellen zu können. Jede Halle soll rund 150 Patienten versorgen können. Damit wären insgesamt 900 zusätzliche Behandlungsplätze im Saarland geschaffen.

Was wird nächste Woche wichtig?

Die Standorte der oben genannten Hallen müssen in den nächsten Tagen noch festgelegt werden. Da wollen sich das Gesundheits- und Innenministerium noch abstimmen und dann final festlegen, welche Hallen wo genutzt werden sollen. Eine steht aber schon fest, die Schulturnhalle in Marpingen wurde bereits am Donnerstag entsprechend umgestaltet und mit Feldbetten etc. ausgestattet. Außerdem muss noch entschieden werden, wer diese Versorgungszentren am Ende betreiben wird.

Entwicklungen wird’s auch bei den Fallzahlen geben. Der Chef des saarländischen Hausärzteverbandes Kulas sagte dem SR, dass derzeit vom Zeitpunkt des Abstrichs bis zum Ergebnis eines Corona-Tests bis zu 10 Tage vergehen können. Kulas schließt daraus, dass die Fallzahlen, die täglich vom Gesundheitsministerium gemeldet werden, daher der Realität um ein paar Tage hinterherhinken. Ähnliche Berichte gibt es auch aus anderen Bundesländern, etwa Baden-Württemberg. Durch diesen zeitlichen Verzug gehen viele Gesundheitsexperten davon aus, dass in den nächsten Tagen weiter steigende Zahlen beobachtet werden.

Und die Landesregierung wird laut SR-Informationen die die Allgemeinverfügung, über die momentan die vielen Ausgangsbeschränkungen im Saarland geregelt wird, zu einer Rechtsverordnung umwandeln. Dadurch sollen die Regelungen noch klarer gefasst und mehr Rechtssicherheit geschaffen werden. Die Verordnung muss aber erst noch verfasst, dann innerhalb der zuständigen Ministerien abgestimmt und am Ende durch den Ministerrat abgesegnet werden. Das könnte noch übers Wochenende passieren.


Audio

SR-Landespolitikreporter Florian Mayer.
Audio [SR 3, Florian Mayer, 28.03.2020, Länge: 04:47 Min.]
SR-Landespolitikreporter Florian Mayer.


Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 28.03.2020 berichtet.

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