Die Friseure schlagen Alarm

Die Friseure schlagen Alarm

Karin Mayer   26.01.2021 | 12:30 Uhr

Neben Handel und Gastronomie sind auch die Friseure vom zweiten Lockdown hart getroffen. Den Betrieben fehlen die Einnahmen und Hilfen kommen bisher nur spärlich an. Einigen steht inzwischen das Wasser bis zum Hals.

Wenigstens ein bisschen mit den Azubis arbeiten

Vincenza Gentile tut, was sie kann. Die Friseurmeisterin beschäftigt sieben Mitarbeiter, davon drei Auszubildende. Im Lockdown versucht sie, mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Es gebe regelmäßige Treffen mit den Auszubildenden im Friseursalon, was auch erlaubt sei, um an den Übungsköpfen zu arbeiten, denn zumindest die Ausbildung will Genile fortsetzen. Ein echter Ersatz sei das aber natürlich nicht, sagt sie. Es fehle einfach der Umgang mit den Kunden.

Eine weitere Herausforderung für die Friseurin: Für die drei Azubis gibt es erst ab der siebten Woche Kurzarbeitergeld. Den Rest muss sie selbst finanzieren. Die Hilfe vom Staat ist bisher überschaubar. Im letzten Jahr habe es zwar Bundeshilfe gegeben, für die Sorthilfe sei sie zu dem Zeitpunkt jedoch nicht berechtigt gewesen.

Es könnte zahlreiche Insolvenzen geben

Vincenza Gentile fürchtet nun, dass Friseure ihre Azubis kündigen, um Kosten zu sparen. Und das ist längst nicht die einzige Sorge, die in der Branche umgeht. Es könnten zahlreiche Insolvenzen drohen. "Das wird wohl was auf uns zugerollt kommen, was keiner von uns erwartet hat", sagt sie.

Das sieht auch Landesinnungsmeister Mike Ulrich so. "Kollegen von mir stehen schon sehr am Abgrund", sagt er. Zudem ärgert es ihn, wenn in dieser Zeit zu Selbsthilfe und Freundschaftsdienst in Sachen Haare schneiden aufgerufen wird. Solche Anfragen kommen nämlich durchaus bei den Friseuren an. "Das sind körpernahe Dienstleistungen und die sind verboten", sagt er.

Rettungsanker Überbrückungshilfe 3

Ein Rettungsanker könnte für die Friseure die neue Überbrückungshilfe 3 sein. Sie springe dann ein, wenn man mehr als 30 Prozent Umsatzeinbußen im Dezember hatte, sagt Ulrich. Denn gebe es 40 Prozent für die Fixkosten. Aber im Grunde sei dies auch nur ein "kleiner Tropfen auf dem heißen Stein."

Mike Ulrich würde seinen Friseursalon in Sulzbach gerne wieder öffnen. Doch bis zum 14. Februar wird er sich auf jeden Fall noch gedulden müssen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 26.01.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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