Eingang zu einem Corona-Diagnose-Zentrum (Foto: Imago images/Rene Traut)

"Corona-Teststationen: Haltet Euch an die Regeln"

Interview: Karin Mayer / San.-Rat Dr. med. Gunter Hauptmann   18.03.2020 | 12:37 Uhr

Dringender Appell des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung im Saarland, Gunter Hauptmann: "Setzen sie die Ärzte nicht unter Druck, eine Überweisung für einen Corona-Test auszustellen." Die Teststationen kämen an ihre Grenze. Nur die, die es wirklich brauchen, sollen sich testen lassen.

Dreißig Prozent der Wartenden in den Teststationen hätten noch nicht mal eine Überweisung, sagt Sanitatätsrat Gunter Hauptmann, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung. Außerdem kämen viele, bei denen der Test gar nicht notwendig sei, die aber in den Arztpraxen Druck ausgeübt hätten. Hauptmann sagt ganz klar, wer sich testen lassen sollte:

Wer in einem Risikogebiet war.
Wer Kontakt zu einer Person hatte, die positiv getestet hat.
Deutliche Beschwerden, die darauf hindeuten.

Nach jüngsten Erkenntnissen sind das neben Husten, Fieber und Atemnot auch der plötzliche Verlust des Geschmackssinns. Doch auch wer diese Symptome hat, sollte nicht sofort zu einer Teststation fahren, sondern sich telefonisch mit seinem Arzt oder seiner Ärztin in Verbindung setzten.

Nur in begründeten Fällen testen lassen.
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer / San.-Rat Dr. med. Gunter Hauptmann, 18.03.2020, Länge: 03:42 Min.]
Nur in begründeten Fällen testen lassen.

Auch die Ärzte selbst seien informiert, sich genau an die Regeln zu halten, dem Druck der Patienten nicht nachzugeben. Hauptmann sagt ganz klar an die Adresse der Patienten: Die Regeln seien keine Vorschläge, alle sollten sich daran halten. Sonst kämen die Teststationen sehr schnell an ihre Grenzen.

Tests auf Verdacht nützten im Übrigen gar nichts, so Gunter Hauptmann. Das müsse dann nämlich alle zwei Tage wiederholt werden, um herauszufinden, ob jemand Corona hat oder nicht.

Und dann noch ein Hinweis: Teststationen seien Diagnose-Zentren. Dort finde keine Beratung statt. Dafür habe das Personal dort auch gar keine Zeit.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 18.03.2020 berichtet.

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