Blick auf St. Ingbert (Foto: SR)

CISPA-Ansiedlung in St. Ingbert?

Markus Person   19.11.2019 | 08:36 Uhr

Das CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit in Saarbrücken ist bisher eine Erfolgsgeschichte und soll in naher Zukunft noch deutlich weiter wachsen. Dafür braucht es aber Platz - und den könnte die Stadt St. Ingbert bieten. CISPA-Direktor Michael Backes will expandieren.

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CISPA-Ansiedlung in St. Ingbert?
Audio [SR 3, Markus Person, 18.11.2019, Länge: 03:04 Min.]
CISPA-Ansiedlung in St. Ingbert?

Seit Gründung steigt die Zahl der Mitarbeiter des CISPA Helmholtz-Zentrums stetig an. Aktuell sind es fast 200. CISPA-Direktor Michael Backes will bis 2026 sogar eine Mitarbeiterzahl von 1000 erreichen. Finanzielle Mittel sind durch die Mitgliedschaft in der Helmholtz-Gemeinschaft gesichert. Es braucht aber auch Platz für Ansiedlungen. Diesen Platz will die Stadt St. Ingbert zur Verfügung stellen.

In St. Ingbert gebe es die Möglichkeit, neu zu bauen. Es gebe aber auch Flächen mit industriellem Erbe, so der neue St. Ingberter Oberbürgermeisters Ulli Meyer (CDU). Diese Mischung mache die Stadt für CISPA interessant. St. Ingbert könne CISPA alles bieten, was es für seine Erweiterungspläne braucht: Platz, Infrastruktur, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen.

Eine Frage des Tempos

Und der Rathauschef hat für seine Stadt große Pläne: "Ziel ist, dass St. Ingbert das Herz der IT-Wirtschaft im Saarland wird." Die Voraussetzungen dafür seien gut, denn schließlich gebe es in der Stadt schon mehrere große IT-Betriebe wie SAPLUS oder SAP. Sein Ziel ist, dass St. Ingbert in einigen Jahren für Firmen-Ausgründer aus dem IT-Bereich erste Wahl für eine Ansiedlung wird.

CISPA-Direktor Michael Backes kann sich eine Kooperation mit der Kreisstadt St. Ingbert gut vorstellen. "Ich schätze, dass sie bereit sind, unser Tempo mitzugehen." Und dem CISPA-Direktor kann es eigentlich gar nicht schnell genug gehen, wenn es um den Ausbau des Großprojekts Helmholtz-Zentrum geht. "Die Dinge müssen jetzt angestoßen werden und dann zumindest gemäß öffentlichen Maßstäben in absoluter Rekordzeit möglich sein", sagt Backes.

Möglicher Standort: Alte Schmelz

Mit seinen Plänen stößt Backes in St. Ingbert auf offene Ohren. Ein möglicher Standort wäre für die Stadt die Alte Schmelz. Dort gebe es Urbanität, die Möglichkeit der Entwicklung, ein industrielles Erbe und zudem eine Parkatmosphäre, so Meyer. Auch CISPA-Direktor Backes hält die Alte Schmelz für einen interessanten Standort für die Erweiterung.

Informationsveranstaltung zur möglichen Ansiedlung

Am 18. November gab es eine Informationsveranstaltung zu dem Thema. Rund 100 Interessierte waren gekommen. St. Ingbert kann und will vom CISPA profitieren, dass war Konsens unter den Diskussionsteilnehmern Dafür kündigte Oberbürgermeister Ulli Meyer auch gleich eine Projektgruppe an, die sich damit befassen soll. Für die hätten alle Stadtsfraktionen ihre Teilnahme bereits zugesagt. Außerdem will der OB eine CISPA-Kontaktstelle einrichten – die soll den potenziellen Neubürgern aus aller Welt zur Seite stehen – von der Wohnungssuche bis zur Zulassungsstelle. CISPA-Direktor Backes betonte an diesem Abend erneut, man wolle im Land eine treibende Kraft für den Strukturwandel sein. Damit das Helmholtz-Zentrum zügig wachse, brauche es auch rasch attraktive Wohnmöglichkeiten, vom Haus für Familien bis campusartigen Wohnkomplexen für Doktoranden. Wohnen im Grünen mit städtischer Infrastruktur und kurzen Wege sei ein wichtiger Faktor, um weltweit neue Mitarbeiter zu gewinnen. Von den Ansiedlungen könnten alle profitieren: Stadt, Gewerbe - und die Bürger.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 18.11.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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