Schwimmbad Kleinblittersdorf (Foto: SR/Dorothee Scharner)

Keine Bundeszuschüsse für Bäder im Saarland?

Dorothee Scharner im Gespräch mit Hauptstadtkorrespondentin Angela Ulrich

Onlinefassung: Raphael Klein   28.06.2019 | 16:15 Uhr

Die Bundesregierung stellt über 100 Millionen Euro bundesweit zur Verfügung, um alte Schwimmbänder zu sanieren. Aber: Die meisten Anträge aus den Bundesländern werden negativ beschieden. Auch saarländische Bäder haben Hilfen beantragt. Dazu im SR-Interview Hauptstadtkorrespondentin Angela Ulrich.

Keine Bundeszuschüsse für Bäder im Saarland?
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner / Angela Ulrich, 28.06.2019, Länge: 02:49 Min.]
Keine Bundeszuschüsse für Bäder im Saarland?

Bislang sind in dieser Legislaturperiode von den 110 Millionen Euro noch keine Geld geflossen. Von 408 Anträgen auf Sanierungshilfe wurden deutschlandweit nur 67 bewilligt. Damit hat nicht einmal jedes fünfte Bad einen positiven Bescheid erhalten. Für die Förderung im Saarland stehen insgesamt 17 Bäder auf der Antragsliste. Positive Bescheide wurden bislang für das Schaumbergbad in Tholey sowie das Sportzentrum Homburg-Erbach und St.Wendel bestätigt.

Förderung vor allem für Spaßbäder

Ausschlaggebend für die Bewilligung der Hilfen durch den Bund seien die regionale Wichtigkeit, das Innovationspotenzial und das Investitionsvolumen, sagt die ARD-Hauptstadtkorrespondentin Angela Ulrich im SR-Interview. Man fördere seitens des Bundes also eher Spaßbäder und Bäder, die finanziell keine eigenen Möglichkeiten mehr hätten. Denn: Die Bäder-Finanzierung sei eigentlich Aufgabe der Kommunen, so Ulrich.

"Natürlich muss der Bund auch auswählen"

Kritisiert wird diese Bewilligungspraxis des Bundes vor allem von den Linken. Je weniger funktionierende Bäder es gebe, umso mehr nehme die Zahl der Badeunfälle und der Kinder, die nicht schwimmen könnten, zu. Die Linken fordern daher eine höhere und flächendeckende Förderung von Badeanstalten. Allerdings müsse man berücksichtigen, dass der Bund auch nicht alle Anträge bewilligen könne, betont Ulrich. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums seien dreizehn Mal mehr Anträge eingegangen, als man positiv bescheiden könne.

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Ein Thema in der "Region am Nachmittag" vom 28.06.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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