Landesaufnahmestelle in Lebach (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Bouillon spricht sich für Ankerzentrum in Lebach aus

Thomas Gerber   27.07.2018 | 16:15 Uhr

Bundesweit will CSU-Bundesinnenminister Seehofer mit so genannten Ankerzentren die Verfahren von Asylbewerbern beschleunigen und Abschiebungen erleichtern. Während der Koalitionspartner SPD noch immer skeptisch ist, hat CDU-Innenminister Bouillon sich am 27. Juli erneut dafür ausgesprochen, die Landesaufnahmestelle in Lebach zu einem solchen Zentrum umzubauen.

De facto sei Lebach bereits ein Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungs-, sprich ein Ankerzentrum, sagt Innenminister Klaus Bouillon. Jugendamt, Bundesamt für Migration und Polizei seien vor Ort, Verfahren würden schon jetzt anerkanntermaßen vorbildlich schnell abgewickelt. Da nun das Schild „Anker-Zentrum“ anzubringen, damit habe er kein Problem.

Keine Abgabe der Verantwortung an den Bund

Wobei sich Bouillon - wohl auch in Richtung Koalitionspartner SPD -  klipp und klar dagegen aussprach, die Landesaufnahmestelle Lebach mit einem Zaun abzuschotten. Außerdem sei er nicht bereit, die Aufnahmestelle aus der Verantwortung des Landes an den Bund abzugeben. Ende August werde Seehofer vermutlich nach Lebach kommen.

Bouillon hofft auf mehr Abschiebungen

Von einem offiziellen Ankerzentrum erhofft sich Bouillon insbesondere mehr Abschiebungen. Mit 1100 Flüchtlingen ist es in Lebach derzeit wieder relativ eng. Das liegt zum einen an den so genannten Dublin-Fällen. Zum anderen waren zuletzt vermehrt Flüchtlinge aus Westafrika angekommen. Sie haben in der Regel nur geringe Chancen, in Deutschland bleiben zu können und werden deshalb ebenfalls nicht auf die Kommunen verteilt.

Über dieses Thema wurde auch in der "Rundschau" am 27.07.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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