Der Dom zu Speyer (Foto: dpa)

Pfarrei in Homburg soll neues Leitungsmodell erproben

Neue Strukturen im Bistum Speyer

Oliver Buchholz   05.02.2020 | 10:49 Uhr

Nicht nur im Bistum Trier, zu dem der größte Teil des Saarlandes gehört, wird umstrukturiert. Auch das Bistum Speyer, dazu gehört der Saarpfalz-Kreis, geht neue Wege. Die Pfarrei Heilig Kreuz in Homburg wird zur Modellpfarrei, um ein neues Leitungsmodells zu erproben.

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Pfarrei in Homburg soll neues Leitungsmodell fürs Bistum Speyer erproben
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 05.02.2020, Länge: 03:00 Min.]
Pfarrei in Homburg soll neues Leitungsmodell fürs Bistum Speyer erproben

Rund 8500 Katholiken zählt die Pfarrei Heilig Kreuz in Homburg. An deren Spitze stand bislang ein Pfarrer. Das soll sich ändern. Der Generalvikar von Speyer, Andreas Sturm, erläutert das Modell: Vom ersten Advent an soll der Pfarrei ein Team aus drei Hauptamtlichen und zwei Ehrenamtlichen vorstehen.

Künftig moderierende Aufgabe für Priester

Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende sollen künftig gleichberechtigt und auf Augenhöhe in der Leitung der Pfarrei zusammenwirken. Der Priester wird die Rolle eines „moderierenden Priesters“ haben und hauptsächlich Aufgaben bei der Feier der Gottesdienste und in der Seelsorge wahrnehmen.

„Das Bistum wird die Erprobung des neuen Leitungsmodells in Homburg intensiv begleiten“, sichert Generalvikar Sturm zu. Dazu wird eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Thomas Kiefer, Leiter der Abteilung „Seelsorge in Pfarrei und Lebensräumen“ des Bischöflichen Ordinariats, gebildet.

Erfahrung für andere Pfarreien sammeln

Der Arbeitsgruppe gehören Fachleute aus der Personalabteilung und der Gemeindeberatung, Vertreter der pastoralen Berufsgruppen, der Leiter der Abteilung Kirchenrecht, ein Vertreter des Diözesan-Katholikenrats und zwei Mitglieder des neuen Leitungsteams aus der Pfarrei Heilig Kreuz in Homburg an.

„Auf diesem Weg wollen wir Erfahrungen gewinnen und gemeinsam reflektieren, die später auch anderen Pfarreien im Bistum zugutekommen sollen“, erklärt Generalvikar Andreas Sturm.

In Trier gab es Widerstand

Vor allem wegen des Personalmangels hatte auch das Bistum Trier die Pfarreileitungen neu aufstellen wollen. Die Modelle von Trier und Speyer sind nahezu identisch. Der Unterschied: In Trier wurde alles sofort in ein „Gesetz“ gegossen. Das Modell sollte zudem gleich überall eingeführt werden sollen, ohne dass es vorher getestet wurde. Unter anderem dagegen hatten Priester geklagt. Der Vatikan hat darum die Reform im Bistum Trier auf „Pause“ gesetzt.

Speyer setzt dagegen eher auf Pilotprojekte. Die Katholiken in Homburg freuen sich bereits auf das neue Leitungsteam, sagt Pastoralreferent Stefan Pappon. Organisierter Widerstand und Beschwerdebriefe sind daher nicht in Sicht.

Die neue Pfarrleitung in Homburg und das Bistum Speyer können sich in Ruhe ausprobieren, denn auch im Vatikan gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 05.02.2020 berichtet.

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