Menschen warten vor dem Flughafen in Kabul (Foto: picture alliance / AA | Sayed Khodaiberdi Sadat)

"Vieles ist nicht so gelungen, wie man es sich vorgenommen hatte."

  19.08.2021 | 06:50 Uhr

Außenminister Maas und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer müssen im Moment viel Kritik einstecken. Die Opposition im Bundestag will, dass das Thema "Aghanistan" aufgearbeitet wird. Die Evakuierung von Ausländern durch die Bundeswehr ist ja angelaufen, aber auch Afghanen, mit denen die Bundeswehr zusammengearbeitet hatte, sollen raus. Das verhindert die Taliban aber offenbar immer wieder.

Ein "Desaster" nennt das der ehemalige Kommandeur der Saarlandbrigade, Bescht: "Weil diese Leute 20 Jahre lang für uns gearbeitet haben und sie haben sich in eine Position begeben, die für sie jetzt lebensbedrohend ist." Aus seiner Sicht hätten diese Menschen als erste ausgeflogen werden müssen.

Viel Leid hätte laut Bescht verhindert werden können: "Das wäre vermeidbar gewesen, wenn man auf allen Ebenen vorausschauender gehandelt hättte. Überraschung ist ein Zeichen von Nicht-Planung." Und auch für die Bundeswehr sei das letztliche Scheitern des Aghanistan-Einsatzes nur schwer zu verkraften, vor allem bei denen, die Kameraden verloren haben. "Das treibt einen schon um, ich gebe zu, das treibt auch mich um", so Bescht gegenüber dem SR.

Ex-Kommandeur der Saarlandbrigade: Vieles ist nicht so gelungen, wie man es sich vorgenommen hatte
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 18.08.2021, Länge: 04:45 Min.]
Ex-Kommandeur der Saarlandbrigade: Vieles ist nicht so gelungen, wie man es sich vorgenommen hatte
Der ehemalige Kommandeur der Saarlandbrigade Volker Bescht sieht die aktuelle Situation der Ortskräfte in Afghanistan als Desaster an. Er beurteilt den Einsatz der Bundeswehr und schätzt die Lage vor Ort ein.

Über dieses Thema wurde auch auf SR 3 Saarlandwelle in "Guten Morgen" am 19.08.2021 berichtet.

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