Karten der Gefahrenzone in Rosbruck (Foto: SR/Mirko Tomic)

Der unterschiedliche Umgang mit den Bergschäden

Mirko Tomic   04.02.2019 | 12:50 Uhr

Bergschäden in Großrosseln im Saarland, Bergschäden in Rosbruck in Frankreich - für beide Seiten ist der französische Staat zuständig. Er ist der Rechtsnachfolger der abgewickelten Bergbaugesellschaft HBL. Während man sich in Grossrosseln mit einer Entschädigung weit unter Bedarf hat abfinden lassen, hat die Gemeinde Rosbruck auf Millionentschädigung geklagt und steht nun kurz vor dem Urteil. Und auch sonst gibt es Unterschiede. SR-Reporter Mirko Tomic hat sich dieseits und jenseits der Grenze mal umgesehen.

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WimS: Rosbruck leidet unter Bergbaufolgen (04.02.2019)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 04.02.2019, Länge: 04:50 Min.]
WimS: Rosbruck leidet unter Bergbaufolgen (04.02.2019)

Einst haben rund 1000 Menschen in der kleinen Gemeinde Rosbruck im Département Moselle gelebt. Inzwischen sind schon mehrere hundert Bewohner aus dem Dorf weggezogen, 80 Häuser wurden abgerissen.

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Rosbruck - Großrosseln: Der unterschiedliche Umgang mit den Bergschäden
Audio [SR 3, Mirko Tomic, 04.02.2019, Länge: 03:10 Min.]
Rosbruck - Großrosseln: Der unterschiedliche Umgang mit den Bergschäden

In dem Dorf, das ganz in der Nähe von Großrosseln liegt, gibt es nun einen riesigen Damm. Er soll die Ortschaft schützen, denn durch den Bergbau ist Rosbruck 17 Meter abgesackt. Zwei Drittel liegen nun in einer sogenannten roten Zone. Sie würde überschwemmt, wenn der Damm bricht, denn die unscheinbare Rossel schwillt bei Starkregen unheilvoll an. Auch Teile des Grossrosseler Ortsteils Naßweiler wären dann akut gefährdet.

Und nicht nur von der Rossel droht den Dörfern Gefahr. Zusätzlich steigt das Grubenwasser in den stillgelegten Stollen unter beiden Orten seit Jahren an und bedroht die Häuser.

Großrosseln
Gemeinde bedauert Klageverzicht
Wegen Bergbauschäden von mehr als vier Millionen Euro wollte Großrosseln den französischen Staat verklagen. Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) sagte dem SR, Großrosseln habe darauf verzichtet, weil die Ex-Ministerpräsidenten Peter Müller und Annegret Kramp-Karrenbauer dazu drängten. Zudem hätte eine Klage lange gedauert.

So nah sich die beiden Orte ohne wahrnehmbare Grenze scheinen - so unterschiedlich agieren die Verwaltungen. Die Gemeinde Rosbruck hat sich für die Klage entschieden und klärt die Bürger aktiv über die drohenden Folgen des Bergbaus auf. Gewinnt die Gemeinde vor Gericht, könnte sie fünf Millionen Euro mehr als ihr deutscher Nachbar erhalten.

Das deutsche Großrosseln hat auf eine Klage gegen den französischen Staat verzichtet und sich mit einem Bruchteil der Schadenssumme abfinden lassen.

Am 14. Februar will das Gericht in Metz sein Urteil in Sachen Klage der Gemeinde auf Millionenentschädigung bekannt geben. Danach wollen die Rosbrucker aber weiter machen. Denn um sich zufrieden zu geben, sei noch zu viel ungeklärt.

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" am 04.02.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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